Der Sommer unseres Lebens

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jidewi Avatar

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Ich weiß noch genau, wie er war, der Sommer unseres Abiturs. Wir haben uns so groß gefühlt, erwachsen, allem überlegen. Die Welt konnte nur erobert werden und im Hintergrund lief Pink Floyd als unsere Abi-Hymne. Unser Leben gab es noch offline, die Partys wild und ohne digitale Spuren und alles drumherum verschwimmt zu dem Sommer, an dem sich auch alles verändert hat. Endlich weg von allem, raus, ausbrechen und das alte Leben hinter sich lassen.

So geht es auch Leo, die eigentlich sofort in ein neues Leben stürzen möchte, zu Hause aber schon genug Probleme hat, die sie klären muss, vor allem mit ihrer Mutter, und sich zusätzlich noch um ihren kleinen Bruder kümmert. Dann gibt es auch diesen Kuss mit ihrem Kumpel Olli, der alles verkompliziert. Die Konstante bleibt dann doch die Videothek um die Ecke und das Bewusstsein, dass die Liebe zu Filmen alles überdauert, wäre da nicht Jo, der sie immer mit „Wahrheit oder Pflicht- Spielchen“ vom Ausleihen abhält. Für Leo wird dieser Sommer unvergesslich und verändert alles, auch wenn das so gar nicht der Plan war.

Herrlicher Coming-of-Age Debütroman mit 90er Lagnese Sommer Vibes, gebündelt mit den Irrungen und Wirrungen der zwischenmenschlichen Beziehungen von jungen Erwachsenen. Ich konnte mich an so vielen Stellen sehen, mochte die Zeit, die verschiedenen Handlungsstränge und obwohl es schwere Themen verarbeitet, bleibt es doch eine leichte Lektüre, die sich sehr schnell lesen lässt. Eine Empfehlung für alle, die sich nochmal zurück in ihren Sommer nach dem Abitur träumen wollen, als die Flügel so groß erschienen und die Träume gigantisch, der Boden der realen Tatsachen aber ebenso.