Zwischen dem Ende der Kindheit und Beginn des Erwachsen-Sein
Sommer 1999, Leonie hat ihr Abi in der Tasche und sollte sich eigentlich auf einen unbeschwerten Sommer mit ihren Freunden und voller Partys freuen. Doch stattdessen muss sie sich mit ihrer eigenen Zukunft, den Geldsorgen ihrer Familie und ihrer Familiensituation beschäftigen. Um der Realität zu entfliehen, flüchtet sie in die Videothek und kommt dort ihrem Schulkameraden Jo näher. Sie erlebt ihren ganz eigenen Sommer, voller Unsicherheiten, Streit, Liebe und Entscheidungen.
Zwischen dem Ende der Kindheit und Beginn des Erwachsen-Sein.
Der Schreibstil ist ruhig und atmosphärisch. Viele kleine Beobachtungen, Momentaufnahmen, Gedankenfetzen. Der Roman lebt von seiner Stimmung. Dieses leicht melancholische, sommerliche, nach Aufbruch riechende Gefühl zieht sich durch die Seiten. Keine großen Dramen, sondern ein Sommer, der sich langsam entfaltet. Genau wie Leo selbst.
Als Hauptfigur wirkt Leo eher unperfekt und nahbar als heroisch. Sie ist widersprüchlich, manchmal überfordert, manchmal mutig und genau deshalb so real. Man spürt ihre Unsicherheit, ihre Wut und dieses leise Gefühl, dass sich etwas ändern muss, auch wenn sie noch nicht weiß wie. Nicht in großen, dramatischen Wendepunkten, sondern in kleinen Entscheidungen und leisen Veränderungen beginnt sie, sich von Erwartungen zu lösen und ihren eigenen Weg zu finden.
Die beginnende Beziehung zu Jo ist keine perfekte Lovestory, sondern ehrlich und unaufgeregt.
Das Buch ist keine Neuerfindung des klassischen Coming-of-Age Romanes, aber dennoch wird dieses Dazwischen, dieser Struggle mit dem Erwachsen - Werden, für mich ziemlich gut eingefangen.
Der Debütroman von Inga Hanka zeigt ein feines Gespür für Figuren und punktet bei mir mit den leisen Zwischentönen.