Fantastisch

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chrischid Avatar

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Der Familienname Frankenstein wirkt auf Nelly wie ein Makel. Etwas, das vor allem ihre Eltern am liebsten komplett verdrängen würden … würden sie nicht auf einem alten Schloss wohnen … und würde es dort nicht spuken … und würde ihre Tochter nicht in die Fußstapfen ihres Urururgroßvaters treten wollen. An Fantasie und Kreativität mangelt es keinesfalls. Und als Nelly plötzlich ein totgeglaubtes Alpaka wieder zum Leben erweckt, und dieses auch noch sprechen kann, ist das Chaos perfekt.

Eine großartige, warmherzige und zugleich humorvolle Geschichte, mit einer von Anfang an sympathischen Hauptprotagonistin. So begibt man sich auf ein wildes Abenteuer, das mit viel Liebe zum Detail und ebenso tiefgründigen Botschaften gespickt ist. Doch keine Sorge, hier wird nicht mit dem erhobenen Zeigefinger jongliert. Der Fantasie sind zwar keine Grenzen gesetzt, aber Zusammenhalt und Freundschaft sind zwei sehr reale, zentrale Themen.

Mit einem tollpatschigen Alpaka wird es einem sowieso nie langweilig, man muss aber Acht geben, dass es sich nicht in seinen eigenen Hufen verheddert. Die Geschichte vergeht wie im Flug und wird wunderbar visualisiert durch kleinere und größere Illustrationen. Vor allem eingeschobene Tagebucheinträge zu Nellys mehr oder minder gelungenen Erfindungen lockern die Atmosphäre noch einmal zusätzlich auf.

Inhaltlich möchte man gar nicht zu viel verraten, zu groß ist die Gefahr vor Begeisterung den gesamten Plot auszuplaudern. Daher sei jedem, der sich für ein paar Stunden gut unterhalten lassen und dem Alltag ein kleines bisschen entfliehen möchte, egal ob Klein oder Groß, dieses Buch ans Herz gelegt. Und auch ein zweiter Band ist schon in Planung, man darf gespannt sein.