schräge Story mit lustigem Alpaka

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simonef Avatar

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Nelly Frankenstein ist zwölf Jahre alt und lebt zusammen mit ihren Eltern im alten Spukschloss der Familie. Ihr Urururgroßvater ist der allseits bekannte Dr. Frankenstein, und angesichts dieser Bürde halten sich Nellys Eltern von jeglichem Erfindertum fern und führen ein möglichst biederes Leben. Nelly hingegen möchte so gerne Erfinderin werden und probiert heimlich allerhand aus – was meistens in die Hose geht. Als sie eines Tages bei Gewitter ein totes Alpaka durch Blitzeinschlag wieder zum Leben erweckt und dieses anschließend sogar sprechen kann, gehen die Turbulenzen erst so richtig los, denn auch der Schloss-Geist mischt sich ein…

Die Geschichte ist in der Ich-Form aus Nellys Perspektive geschrieben, wobei immer wieder mehrseitige Tagebucheinträge eingestreut werden, in denen Nelly ihre (stets missglückten) Erfindungen beschreibt. Der locker-leichte, humorvolle Ton ist äußerst unterhaltsam, und besonders das reanimierte Alpaka Monserrat sorgt mit seinem schlagfertigen, etwas exaltierten Wesen für viele lustige Szenen, die meinem Sohn (11) sehr gut gefallen haben.

Als Mutter haben mich einige Punkte leider gestört. Zum einen finde ich es riskant, wenn sich Nelly bei einem starken Gewitter direkt unter einer Eiche aufhält, um das vermeintlich tote Alpaka für einen Blitzschlag passend zu „platzieren“. Zum anderen stochert Nelly bei einer ihrer Erfindungen mit einem Füller in der Steckdose herum, wodurch Rauch aus der Steckdose aufsteigt und ein Kurzschluss auftritt. Solche lebensgefährlichen Experimente haben meiner Meinung nach in einem Kinderbuch nichts verloren, und die Folgen könnten im echten Leben tödlich sein. Da Nelly nicht einmal einen elektrischen Schlag abbekommt, wird die Aktion auch noch verharmlost. Gegen Ende wird die Handlung zudem sehr schräg und teilweise absurd, was ich sehr schade fand. Insgesamt würde ich die Zielgruppe eher bei 8 Jahren aufwärts sehen, da die Geschichte für ältere Kinder schon zu einfach aufgebaut sein könnte.

Wer skurrile Figuren und Geschichten mag, wird an „Little Miss Frankenstein“ sicher seine Freude haben. Wir werden die Reihe aber eher nicht weiter verfolgen.