Packende Horror-Dystopie

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joe_schreibt Avatar

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In einer völlig abgestumpften Welt, in der die verbliebenen Menschen ums Überleben kämpfen, sucht ein sanftmütiger Pilz seine verlorene Spore und muss sich weniger vor den Monstern in der Wildnis fürchten, sondern vor denen innerhalb eines der letzten verbliebenden Stützpunkte der Menschheit.
Mit dem durch menschliche Gene mutierten Pilz An Zhe haben wir einen ungewöhnlichen Protagonisten. Vieles, wie z. B. das Lesen von Emotionen, muss An Zhe noch lernen. Gespräche mit ihm fühlen sich oft merkwürdig an. Ereignisse um sich herum betrachtet er nüchtern – eben wie ein Pilz, nicht wie ein Mensch, was eine interessante Perspektive eröffnet und Fragen über die Stellung des Menschen innerhalb der Natur aufwirft. Nichtsdestotrotz besitzt er einen sehr freundlichen und empathischen Charakter und wächst einem schnell ans Herz.
„Little Mushroom“ hat ein dystopisches Setting und bedient die klassischen Genrekonventionen, welche durch das kreative Worldbuilding sehr aufgewertet werden. Die wenigen verbliebenen Menschen kämpfen um das reine Überleben und verscharren sich hinter Mauern. Der größte Schrecken sind Xenogene (zu denen auch An Zhe gehört) – Tiere und Pflanzen, die durch das Aufnehmen durch fremde DNA zu Monstern mutieren. Aufgrund wissenschaftlicher Ausführungen wirkt das Ganze nachvollziehbar. Besonders gelungen ist auch das Einflechten von Elementen des Survival und Body Horrors.
Die Romanze entwickelt sich sehr seicht. Wer im ersten Teil bereits große Gefühle erwartet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden. Für Fans von Slow Burn ist es genau das Richtige. Zudem ist das Tempo sehr nachvollziehbar. Immerhin muss der Protagonist überhaupt erst lernen, was es bedeutet, menschliche Emotionen zu besitzen.
Definitiv ein Must Read für alle, die dystopischen Horror mögen!

Vielen Dank an Droemer Knaur für das kostenlose Rezensionsexemplar.