Eine fesselnde Suche nach der Wahrheit
Der Einstieg in Sonya Walgers Roman Löwe fasziniert durch den starken Gegensatz zwischen der aufopferungsvollen Mutter und dem Aufbrechen der Ich-Erzählerin, die ein Buch über den gegangenen Vater schreibt. Walgers Sprache, glänzend übersetzt von Tanja Handels, besticht durch eine poetische Präzision und filmische Dichte, die mit pointierten Alltagsbeobachtungen und atmosphärischen Farbbildern arbeitet. Nach dem Abschluss der Leseprobe ist mein Interesse an der Geschichte definitiv geweckt. Das abrupte Eintauchen in die Vergangenheit der Eltern, die abenteuerliche Flucht des Vaters aus Kinshasa und das schicksalhafte Treffen in Madrid, liest sich wie ein packender Generationenroman, dessen Fortgang man unbedingt erfahren möchte. Das minimalistische Cover mit dem Foto von Guy Le Querrec fängt die nostalgische, rätselhafte Stimmung des Buches perfekt ein.