Stark

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inibieni81 Avatar

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Schon die ersten Seiten von „Löwe“ ziehen einen mit einer außergewöhnlich dichten, fast rauschhaften Sprache in ihren Bann. Der Text beginnt mit einem eindringlichen Bild der „Löwin“, einer Frau, die bleibt, organisiert, trägt, erinnert und sich in unzähligen kleinen Handlungen aufreibt. Diese Aufzählungen wirken wie ein Lebensstrom aus Fürsorge und Überforderung zugleich und machen sofort spürbar, wie viel emotionale Last in dieser Figur steckt.

Dem gegenüber steht der Blick auf denjenigen, der gegangen ist und damit öffnet sich ein Spannungsfeld zwischen Verantwortung, Erinnerung und Erzählung. Besonders eindrucksvoll ist, dass die Erzählinstanz selbst reflektiert, wie schwierig es ist, über Familie zu schreiben, ohne dabei Beziehungen neu zu bewerten oder zu verletzen.

Insgesamt hinterlassen die ersten 21 Seiten einen intensiven, nachhallenden Eindruck. Die Sprache ist poetisch, manchmal überwältigend detailreich, und gerade dadurch entsteht eine starke emotionale Nähe zu den Figuren. Man möchte unbedingt weiterlesen, um zu verstehen, wie diese Familiengeschichte sich weiter entfaltet und welche Wahrheiten hinter den Erinnerungen liegen.