Autofiktionale Geschichte über Vater

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yvonnelesenundso Avatar

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Walger erzählt das Leben mit ihrem Vater nicht als durchgehende Geschichte, sondern fragmentarisch: kleine Momente, Snippets aus einer Kindheit zwischen England, Argentinien und Peru, immer im Präsens, als würden die Erinnerungen gerade erst Gestalt annehmen. Diese Bauweise passt zur Figur des Vaters, der sich nie festhalten lässt, immer schon woanders ist, selbst wenn er da ist.

Einige dieser Szenen berühren tief. Und zwischen den Zeilen wird spürbar, wie emotional unreif dieser Mann bleibt, ein Charmeur, der die Rolle des Vaters nie wirklich ausfüllen kann. Walger verurteilt ihn nicht, sie versucht ihn zu verstehen, und genau diese Mischung aus Liebe und Enttäuschung trägt das Buch.

Nicht jeder Abschnitt hält dieses Niveau. Manchmal plätschert die Aneinanderreihung der Episoden etwas vor sich hin, die fragmentarische Form nimmt der Erzählung stellenweise den Sog. Unterm Strich aber ein eindringliches, sprachlich starkes Porträt eines abwesenden Vaters und der Tochter, die trotz allem an ihm festhält.