Kein Löwe
"Ich weiß nur, wie es geht, meinen Schmerz wie eine glühende Klinge in die kühlen Tiefen gedruckter Seiten zu tauchen. Ich weiß, wie ich darin untertauchen und verschwinden kann, und jedes Buch, das ich je gelesen habe, hat mir meine Seiten mit dem Versprechen geöffnet, mich zu halten, mich nie allein, mich niemals gehen zu lassen."
In schwirrend schöner Prosa schreibt Sonya Walger über die Beziehung zu ihrem Vater. Es ist ein lebenslanges Suchen, ein lebenslanges Sehnen, irgendwie auch ein Halten, aber niemals ganz ein Finden.
Ich hadere ein wenig mit dem Titel des Buchs. Ich verstehe, dass es sich um den Spitznamen des Vaters handelte. Aber es stört mich gleichzeitig, dass da (schon wieder) einem Mann eine so große Bühne geboten wird, der im Grunde nur das bare minimum gegeben hat. Und dann wird dieser Mann auch noch als Löwe bezeichnet.
Für mich war er allenfalls ein zahnloser Löwe.
Die Autorin zeichnet ihren Vater mit großer Ambivalenz. Es ist nicht so, dass das Buch nicht differenziert oder kritisiert. Im Gegenteil. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass der Text verzweifelt versucht die Schwebe zu halten zwischen dem liebenden Auge einer Tochter und den nüchternen Tatsachen, die besagen, dass der Vater in seinem Leben viele nicht besonders schmeichelhafte Dinge getan hat. Im Grunde gibt es nicht viel, was für diesen Vater spricht.
Ich selbst bin hin- und hergerissen, nachdem ich das Buch beendet habe. Ein Stück weit ist es der Autorin also gelungen, ihre eigene Zerrissenheit auf mich als Leserin zu übertragen. Sie macht mir ihre Gefühle begreiflich.
Ich lese selten Autobiographisches, bin jedoch froh, dass ich es in diesem Fall getan habe. Es lohnt sich, vor allem für die ästhetische Sprache und die zahlreichen Zitate. Diese aufreibende, sich immer wieder in Frage stellende Porträtierung von Vaterschaft, ist anders als vieles, was ich bisher gelesen habe.
In schwirrend schöner Prosa schreibt Sonya Walger über die Beziehung zu ihrem Vater. Es ist ein lebenslanges Suchen, ein lebenslanges Sehnen, irgendwie auch ein Halten, aber niemals ganz ein Finden.
Ich hadere ein wenig mit dem Titel des Buchs. Ich verstehe, dass es sich um den Spitznamen des Vaters handelte. Aber es stört mich gleichzeitig, dass da (schon wieder) einem Mann eine so große Bühne geboten wird, der im Grunde nur das bare minimum gegeben hat. Und dann wird dieser Mann auch noch als Löwe bezeichnet.
Für mich war er allenfalls ein zahnloser Löwe.
Die Autorin zeichnet ihren Vater mit großer Ambivalenz. Es ist nicht so, dass das Buch nicht differenziert oder kritisiert. Im Gegenteil. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass der Text verzweifelt versucht die Schwebe zu halten zwischen dem liebenden Auge einer Tochter und den nüchternen Tatsachen, die besagen, dass der Vater in seinem Leben viele nicht besonders schmeichelhafte Dinge getan hat. Im Grunde gibt es nicht viel, was für diesen Vater spricht.
Ich selbst bin hin- und hergerissen, nachdem ich das Buch beendet habe. Ein Stück weit ist es der Autorin also gelungen, ihre eigene Zerrissenheit auf mich als Leserin zu übertragen. Sie macht mir ihre Gefühle begreiflich.
Ich lese selten Autobiographisches, bin jedoch froh, dass ich es in diesem Fall getan habe. Es lohnt sich, vor allem für die ästhetische Sprache und die zahlreichen Zitate. Diese aufreibende, sich immer wieder in Frage stellende Porträtierung von Vaterschaft, ist anders als vieles, was ich bisher gelesen habe.