Leuchtturmchroniken
In "Löwe" schreibt Sonya Walger ehrlich, echt und intim über ihren Vater. Sie selbst beschreibt das Buch als "Werk der Fiktion, in dem alles wirklich passiert ist" und man erkennt weshalb. Auch der Vater ist gleichsam Fiktion wie Wirklichkeit, ein Werk seiner eigenen Phantasie und der töchterlichen Konstruktionen in seiner allzu häufigen Abwesenheit.
Wir springen über Kontinente und Jahrzehnte und spüren in den Fragmenten ihre Heimatlosigkeit zwischen den Ländern, Sprachen und Familien. Als Leserschaft stellt man sich vor, wie sie in ihrem selbst aufgebauten Zuhause sitzt und die Puzzleteile ihrer Jugend beschreibt und erkennt, dass man sie einzeln betrachten muss um das Ganze zu verstehen. All ihre Reminiszenzen sind gänzlich verschiedene schillernde Pailleten im ambivalenten Kaleidoskop des Vaters. Sie schwankt zwischen Liebe, Ressentiment und Enttäuschung. Dabei fühlt sich nichts wahllos an und sämtliche Gefühle gegenüber des Vaters werden auch für den Leser austariert, unbeständig gehalten, und verständlich gemacht. Wie ein Leuchtturm wirft sie Licht auf die Hoch- und Tiefpunkte seines Lebens.
Dabei meistert sie es in imposanter Prosa großen Kindergefühlen gerecht zu werden, ihren Vater Fliegen und Fallen zu lassen und einzusehen, dass man nicht in seine eigene Beständigkeit fliehen kann, um nicht abzuheben.
Wir springen über Kontinente und Jahrzehnte und spüren in den Fragmenten ihre Heimatlosigkeit zwischen den Ländern, Sprachen und Familien. Als Leserschaft stellt man sich vor, wie sie in ihrem selbst aufgebauten Zuhause sitzt und die Puzzleteile ihrer Jugend beschreibt und erkennt, dass man sie einzeln betrachten muss um das Ganze zu verstehen. All ihre Reminiszenzen sind gänzlich verschiedene schillernde Pailleten im ambivalenten Kaleidoskop des Vaters. Sie schwankt zwischen Liebe, Ressentiment und Enttäuschung. Dabei fühlt sich nichts wahllos an und sämtliche Gefühle gegenüber des Vaters werden auch für den Leser austariert, unbeständig gehalten, und verständlich gemacht. Wie ein Leuchtturm wirft sie Licht auf die Hoch- und Tiefpunkte seines Lebens.
Dabei meistert sie es in imposanter Prosa großen Kindergefühlen gerecht zu werden, ihren Vater Fliegen und Fallen zu lassen und einzusehen, dass man nicht in seine eigene Beständigkeit fliehen kann, um nicht abzuheben.