Löwe müde, Löwe schläft
Es ist keine einfache Vater-Tochter-Geschichte, sondern eine Geschichte voller Gegensätze. Der Vater wirkt am Anfang fast wie eine Figur aus einem Film: mutig, wild, frei, voller Energie. Einer, der alles erlebt hat und den man als Kind nur bewundern kann. Aber nach und nach merkt man, dass hinter diesem großen Leben auch viel Schmerz steckt. Drogen, Schulden, Affären und Enttäuschungen ziehen sich durch die Geschichte. Besonders stark fand ich, wie die Tochter trotzdem an diesem Vater hängt. Obwohl er sie verletzt, bleibt da diese Liebe. Das fand ich sehr ehrlich beschrieben. Der Roman zeigt gut, wie schwer es sein kann, einen Menschen zu lieben, der einem gleichzeitig Halt gibt und einen ins Chaos stürzt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass Sonya Walger nicht abrechnet, sondern versucht zu verstehen. Genau das macht das Buch für mich besonders. Für mich ist das ein Buch über Bewunderung, Schmerz und Liebe. Über einen Vater, der größer als das Leben wirkt, aber am Ende doch sehr menschlich ist.