Schmerzhaft schön
"Ich liege da, lausche dem stillen Paartanz der beiden und warte darauf, dass mein eigenes Leben anfängt."
Mit "Löwe", erschienen bei Suhrkamp in der Übersetzung von Tanja Handels, hat Walger einen in meinen Augen wirklich außergewöhnlichen Text geschrieben, der mich sicher noch eine Weile begleiten wird. In "Löwe" geht es um`s Kind sein, um die Verweigerung davon, um das Entwurzelt werden, das Fragenstellen, aber vor allem auch um Verbindung – die Suche nach ihr und das Ankommen.
Der Text stellt sich den Leser*innen als existenziell vor: das Geschriebene wird nicht erzählt, es erzählt sich. Mit genau dieser natürlichen Dringlichkeit haben sich die Ereignisse, die Walger auf knapp 170 Seiten beschreibt, vor meinem inneren Auge ausgebreitet. Den Kern des Textes stellt der einer Naturgewalt gleichenden Vater der Protagonistin (in diesem Fall tatsächlich Mal gleichzusetzen mit der Autorin :)). Er ist da, und ist es auch nicht. Als Leser*innen begleiten wir die Autorin dabei, wie sie diesen (inneren) Widerspruch versucht, für sich aufzulösen. Erzählt wird hier – so habe ich es zumindest wahrgenommen – aus der Sicht verschiedener Versionen Walgers. Ans Herz gewachsen ist mir dabei vor allem die kluge, aber eben doch noch recht kindliche Stimme der jungen Walger, die sich immer wieder abwechselnt mit der weiseren, abgeklärteren, nüchtern sezierenden Erzählstimme der Gegenwarts-Walger.
Eine besondere Rolle innerhalb des Textes wurde dem Lesen als Praxis der Alltagsflucht zuteil. Jede*r begeisterte Leser*in wird gedankliche Freudensprünge machen bei den wirklich herzerwärmenden Beschreibungen dieser Herzenstätigkeit!
Die Sprache des Textes ist ruhig, tastend, stellenweise vielleicht zu schlicht, was aber mühelos durch die wirklich zahlreichen alltagspoetischen Passagen ausgeglichen wird – den Bleistift habe ich beim Lesen eher selten aus der Hand gelegt. An dieser Stelle möchte ich der Übersetzerin meine tiefste Bewunderung aussprechen: Egal, ob die sezierend- poetische Sprache nun Ergebnis einer wirklich gut gelungenen Übersetzerinnentätigkeit oder tiefer Eingriff in den Originaltext sind – der Text funktioniert. Für mich fast so gut, dass er zu einem meiner liebsten diesen Jahres werden könnte!
Mit "Löwe", erschienen bei Suhrkamp in der Übersetzung von Tanja Handels, hat Walger einen in meinen Augen wirklich außergewöhnlichen Text geschrieben, der mich sicher noch eine Weile begleiten wird. In "Löwe" geht es um`s Kind sein, um die Verweigerung davon, um das Entwurzelt werden, das Fragenstellen, aber vor allem auch um Verbindung – die Suche nach ihr und das Ankommen.
Der Text stellt sich den Leser*innen als existenziell vor: das Geschriebene wird nicht erzählt, es erzählt sich. Mit genau dieser natürlichen Dringlichkeit haben sich die Ereignisse, die Walger auf knapp 170 Seiten beschreibt, vor meinem inneren Auge ausgebreitet. Den Kern des Textes stellt der einer Naturgewalt gleichenden Vater der Protagonistin (in diesem Fall tatsächlich Mal gleichzusetzen mit der Autorin :)). Er ist da, und ist es auch nicht. Als Leser*innen begleiten wir die Autorin dabei, wie sie diesen (inneren) Widerspruch versucht, für sich aufzulösen. Erzählt wird hier – so habe ich es zumindest wahrgenommen – aus der Sicht verschiedener Versionen Walgers. Ans Herz gewachsen ist mir dabei vor allem die kluge, aber eben doch noch recht kindliche Stimme der jungen Walger, die sich immer wieder abwechselnt mit der weiseren, abgeklärteren, nüchtern sezierenden Erzählstimme der Gegenwarts-Walger.
Eine besondere Rolle innerhalb des Textes wurde dem Lesen als Praxis der Alltagsflucht zuteil. Jede*r begeisterte Leser*in wird gedankliche Freudensprünge machen bei den wirklich herzerwärmenden Beschreibungen dieser Herzenstätigkeit!
Die Sprache des Textes ist ruhig, tastend, stellenweise vielleicht zu schlicht, was aber mühelos durch die wirklich zahlreichen alltagspoetischen Passagen ausgeglichen wird – den Bleistift habe ich beim Lesen eher selten aus der Hand gelegt. An dieser Stelle möchte ich der Übersetzerin meine tiefste Bewunderung aussprechen: Egal, ob die sezierend- poetische Sprache nun Ergebnis einer wirklich gut gelungenen Übersetzerinnentätigkeit oder tiefer Eingriff in den Originaltext sind – der Text funktioniert. Für mich fast so gut, dass er zu einem meiner liebsten diesen Jahres werden könnte!