Übervater

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Ein Buch, das tief greift und mich immer noch nicht los läßt. Die Autorin, Schauspielerin, schreibt hier authentisch über ihren Vater. Sie selbst entspringt einer sehr leidenschaftlichen aber kurzen Ehe ihrer Eltern. Der Vater, jung, dynamisch, voller Übermut genießt sein Leben in vollen Zügen, Er geht keiner geregelten Arbeit nach, hat hier und da irgendwelche Vermittlerjobs, Rennfahrer, Fallschirmspringer, Polospieler, Drogendealer, Ex-Sträfling, ein ewiger Junge, der das ganze Leben als Spiel ansieht. Er hat viele Affären, läßt sich scheiden, heiratet eine ältere Frau mit Geld und adoptiert so ganz nebenbei ein afrikanisches Mädchen. Und seine Tochter verehrt und liebt ihn, sie sieht den Vater wenig, wenn sie beisammen sind, verwöhnt er sie, um sie dann monatelang nicht mehr zu sehen. Sie wächst bei ihrer Mutter in England auf, den Vater besucht sie in Argentinien, in Chile. Vater und Tochter sind ein vertrauliches Gespann und die Erzählerin hat zeitlebens Sehnsucht nach dem Vater, ein Lebenskünstler, der sie eben durch das Leben schmuggelt, ohne dafür selbst sehr viel zu tun. Als die Tochter dann selbst Mutter wird, durchlebt sie ihre Kindheit noch einmal in Gedanken. Das Buch ist sehr emotionell geschrieben, voller Leidenschaft und noch immer im nachhinein betrachtet sie ihren Erzeuger als den starken Löwen. Eine Familiengeschichte, die tragisch ist, aber dennoch sehr innig und empfindsam, eine Haßliebe, die ein Leben lang hält. Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand legen können, denn am Ende merkt man, dass auch den stärksten Löwe einmal die Kraft verläßt. Einfühlsam geschrieben, nachdenklich, traurig aber anderteils wieder voller Glamour, Höhenflüge und sehr tiefe Liebe. Das Cover zeigt ein schwarz-weiß Foto von Vater und Tochter. Die Kapitel sind kurz und in einer leichten, verständlichen Sprache verfaßt.