Zwischen Abwesenheit und Nähe: Die Tochter eines Löwen
»Mit Inbrunst glaubt er an eine Welt, die nur er allein sieht. Mein Vater lebt wie der Fallschirmspringer, der er einmal werden soll. Er bringt sein Leben damit zu, sich ins Unbekannte zu stürzen, sich über alle Regeln hinwegzusetzen, die für andere gelten, und die Konsequenzen abzuwarten, die ihn erst viel später einholen.« (69)
In ihrem autobiografischen Roman »LÖWE« 🦁 schreibt die Autorin, Podcasterin & Schauspielerin Sonya Walger (übersetzt aus dem Englischen von Tanja Handels) über ihre eigene Vater-Tochter-Beziehung. Diese ist geprägt von der frühen Scheidung ihrer Eltern und der damit verbundenen Zerrissenheit und dem ständigen Vermissen von einem der beiden Elternteile, während sie bei dem anderen Elternteil ist. Ihr Vater lebt zunächst noch in London, wo Sonya gemeinsam mit ihrer Mutter ebenfalls lebt, bis er schlussendlich zurück nach Argentinien geht. Zwischen Glamour, zwielichtigen Geschäften, Affären und Adrenalin-kickenden Hobbies ist er vor allem ein unsteter, unzuverlässiger, abwesender, aber eben auch liebender Vater.
»Von meinem Vater habe ich die Liebe zum Pökelfleisch, zur Olive, zum Kartoffelchip, zur Kaper. Salz, das teilen wir. Salz macht uns haltbar, Zucker verdirbt.« (67)
All die Verfehlungen des Vaters und Herausforderungen in der Vater-Tochter-Beziehung ändern nichts an der Liebe zwischen den beiden, den Halt, den die Autorin bei ihrem Vater zu finden sucht, und auch dem Bedürfnis nach ihrem Vater und dessen Anerkennung. Ein eindrücklicher Roman, der von Trauer, Zerrissenheit, Liebe, Familie, Vermissen, Aufwachsen & Prägungen erzählt. Der Roman ist relativ kurz, aber in dieser Kürze ist so viel enthalten und verarbeitet, dass er nachhallt. Ich bin sehr beeindruckt von der Sprache und Erzählweise der Autorin und, wie sie Worte und Erzählungen für dieses autofiktionale, emphatische Porträt der Vater-Tochter-Beziehung findet.
»Ich lese, lese, lese. Ich kann gar nicht genug lesen. Es gibt nicht genug Bücher, um meinen Hunger zu stillen, ich komme selbst kaum hinterher.« (50)
In ihrem autobiografischen Roman »LÖWE« 🦁 schreibt die Autorin, Podcasterin & Schauspielerin Sonya Walger (übersetzt aus dem Englischen von Tanja Handels) über ihre eigene Vater-Tochter-Beziehung. Diese ist geprägt von der frühen Scheidung ihrer Eltern und der damit verbundenen Zerrissenheit und dem ständigen Vermissen von einem der beiden Elternteile, während sie bei dem anderen Elternteil ist. Ihr Vater lebt zunächst noch in London, wo Sonya gemeinsam mit ihrer Mutter ebenfalls lebt, bis er schlussendlich zurück nach Argentinien geht. Zwischen Glamour, zwielichtigen Geschäften, Affären und Adrenalin-kickenden Hobbies ist er vor allem ein unsteter, unzuverlässiger, abwesender, aber eben auch liebender Vater.
»Von meinem Vater habe ich die Liebe zum Pökelfleisch, zur Olive, zum Kartoffelchip, zur Kaper. Salz, das teilen wir. Salz macht uns haltbar, Zucker verdirbt.« (67)
All die Verfehlungen des Vaters und Herausforderungen in der Vater-Tochter-Beziehung ändern nichts an der Liebe zwischen den beiden, den Halt, den die Autorin bei ihrem Vater zu finden sucht, und auch dem Bedürfnis nach ihrem Vater und dessen Anerkennung. Ein eindrücklicher Roman, der von Trauer, Zerrissenheit, Liebe, Familie, Vermissen, Aufwachsen & Prägungen erzählt. Der Roman ist relativ kurz, aber in dieser Kürze ist so viel enthalten und verarbeitet, dass er nachhallt. Ich bin sehr beeindruckt von der Sprache und Erzählweise der Autorin und, wie sie Worte und Erzählungen für dieses autofiktionale, emphatische Porträt der Vater-Tochter-Beziehung findet.
»Ich lese, lese, lese. Ich kann gar nicht genug lesen. Es gibt nicht genug Bücher, um meinen Hunger zu stillen, ich komme selbst kaum hinterher.« (50)