Loki light

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amelien Avatar

Von

„Er hat den schlimmsten Verrat begangen, den ein Gott je ausüben konnte.“
(Erster Satz)

Kann der Gott der Lügen wahrhaftig lieben oder ist das alles nur eine weitere Täuschung?

Die Optik des Buches einfach nur Wow! Ich finde den Farbschnitt richtig schön und die Illustrationen im Klappeninneren sind ein echter Blickfang. Doch hinter der hübschen Fassade verbirgt sich eine Geschichte, die mich zwiespältig zurücklässt.

Zunächst finde ich die Grundidee richtig stark. Die regelkonforme Agrai-Kriegerin Harlow und der Chaos- Gott Loki, welcher ihre Hilfe braucht. Ein Pakt und ein Fluch der sie aneinanderbindet. Ja klingt wirklich vielversprechend. Ich hatte mich auf Plot Twists, emotionale Spannungen und geniale Lügen eingestellt. Doch bekommen habe ich etwas anderes.

Harlow als Prota hätte spannend sein können, sie hatte das Zeug dazu. Eine starke Kriegerin, welche sich nicht immer an die ihr auferlegten Regeln hält oder sie zumindest mal hinterfragt. Aber sie war sehr naiv und leichtgläubig. Sie hinterfragt kaum, lässt die Dinge einfach über sich ergehen und ist nicht der kritische Charakter, der einem am Anfang durch ihr Auftreten suggeriert wurde. Und Loki? Ufff… ja vielleicht hatte ich da zu sehr Tom Hiddleston im Kopf… Aber dieser Loki war seicht, seine Lügen leicht durchschaubar oder anders gesagt eher schwach. Geniale Tricks, Hinterlistigkeit oder Vielschichtigkeit habe ich bei diesem Loki vergeblich gesucht. Ich habe mir da wirklich mehr den Bösewicht mit Ecken und Kanten, Raffinesse und mehr diese Bedrohlichkeit gewünscht. Das wars leider nicht… er war zu blass und eher eine handzahme Version mit dem Stempel des eigentlichen Lokis.

Die Lovestory hat mich auch eher enttäuscht. Der Leser bekommt erzählt, wie tief die Zerrissenheit und die Verbindung zwischen den beiden ist, aber gefühlt habe ich davon nichts. Das war vielleicht auch mein größtes Problem mit dem Buch. Die Weichgespültheit und dass wir es nur erzählt bekommen. Es fehlte die Tension, die sich bei zwei Feinden entwickeln sollte, welche durch einen Fluch aneinandergekettet sind. Das war mir irgendwie zu wenig. Ich mag es nicht, wenn etwas nur behauptet wird oder mir erzählt wird, was ich fühlen soll, aber es durch Handlungen nicht bei mir ankommt.

„Her Twisted Heart“ war ein solider Auftakt mit viel liegengelassenen Potenzial. Leider mit vielen Schwächen in der Umsetzung, durch die genannten Kritikpunkte. Ich bin neugierig auf Band 2, da ich den Twist am Ende ganz gut fand. Aber Teil 1 konnte mich nicht mitreißen, auch wenn es sich gut lesen lässt durch den eher einfachen Schreibstil.


Randnotiz: Der kleine Wassergeist Kaia hat für die nötige Portion Charme gesorgt und war schon cute.


⭐️⭐️⭐️