Thema Mythologie mal anders
Her Twisted Heart bildet den Auftakt einer Dilogie und erzählt von Harlow, einer Kriegerin, der Liebe eigentlich nicht bestimmt ist, und ausgerechnet Loki dem Gott des Chaos, der sie für seine eigenen Zwecke braucht. Zwei Figuren, die sich eigentlich gegenüberstehen, werden durch eine gemeinsame Mission miteinander verbunden: die Suche nach einem Heilmittel für eine rätselhafte Krankheit. Aus Gegnern werden notgedrungen Verbündete. So richtig packen konnte mich die Geschichte allerdings nicht. Die Idee dahinter ist definitiv spannend und auch die Welt, in der sich alles abspielt, hat ihren Reiz. Dennoch wirkte vieles auf mich noch nicht ganz rund. Einige Entwicklungen erschienen etwas beliebig und gerade der Anfang zog sich für mein Empfinden ein wenig. Erst im weiteren Verlauf, besonders gegen Ende, nimmt die Geschichte spürbar an Fahrt auf. Die Figuren an sich fand ich hingegen sehr interessant. Loki ist genau so, wie man ihn sich vorstellt unberechenbar, vielschichtig und ständig zwischen Wahrheit und Lüge unterwegs. Man kann ihn einfach nicht durchschauen, was ihn gleichzeitig faszinierend und gefährlich macht. Harlow bildet dazu einen starken Kontrast: Sie ist mutig und kämpferisch, gleichzeitig aber auch verletzlich, neugierig und voller Gefühle. Dieses Gegenspiel zwischen den beiden hat mir gut gefallen. Was bei mir leider nicht ganz gezündet hat, war die Liebesgeschichte. Trotz der spannenden Dynamik konnte ich die Gefühle zwischen den beiden nicht wirklich greifen. Mir hat dieses gewisse Prickeln gefehlt, das einen emotional mitreißt. Insgesamt ein Auftakt mit einer tollen Grundidee und viel Potenzial, das hoffentlich im zweiten Band noch stärker ausgeschöpft wird.