Zwischen Göttern, moralisch grauen Lügen und unerwarteten Gefühlen

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anlilileise Avatar

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Loki – Her Twisted Heart ist der Auftakt einer Romantasy-Dilogie und dreht sich um niemand Geringeren als Loki, eine Figur, die man sonst eher als Gegenspieler kennt und die auch hier moralisch grau nicht klar einzuordnen ist.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Harlow erzählt, einer starken Protagonistin, die aufgrund ihrer Vergangenheit die Götter hasst. Ihre Vorgeschichte bleibt zwar etwas vage, was ich ein wenig schade fand, trotzdem konnte ich gut mit ihr mitgehen. Besonders mochte ich, dass sie ihre Situation im Laufe des Buchs selbst reflektiert und auch wahrnimmt, wie schnell sich alles entwickelt. Das Buch hat insgesamt nicht viele Figuren, und vieles passiert in wirklich sehr kurzer Zeit, was man mögen muss, mich aber nicht allzu sehr gestört hat.
Der Schreibstil hat mir dafür richtig gut gefallen. Die Welt wirkt lebendig und magisch und man taucht schnell in die Geschichte ein. Loki ist dabei ganz klar das Highlight: Man weiß lange bzw. bis zum Ende nicht, wer oder was er wirklich ist und auf wessen Seite er steht. Genau wie Harlow tappt man als Leser*in im Dunkeln, was die Spannung durchgehend hochhält.
Es gibt einige unerwartete Wendungen, und nicht alle Fragen werden beantwortet, im Gegenteil. Das Buch endet mit einem überraschenden Cliffhanger, der definitiv Lust auf den zweiten Teil macht. Insgesamt ist Loki – Her Twisted Heart ein fesselnder, gut geschriebener Auftakt mit einer starken Hauptfigur, einem moralisch grauen Gott und einer spannenden Geschichte, die noch lange nicht auserzählt ist. Ich werde mir das zweite Buch auf jeden Fall kaufen.