Zwischen Pantheons und Beziehungsdramen

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kobina Avatar

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Eigentlich hatte mich der Klappentext von „Loki“ nicht besonders angesprochen, aber das Setting in der nordischen Mythologie hat mich dann doch zu sehr gereizt. Joke’s on me: Es bleibt nämlich nicht beim nordischen Pantheon, sondern es kommt ein wilder Mix aus griechischer und römischer Gottheiten dazu. Das war... gewöhnungsbedürftig. Für mich fühlte es sich eher nach einem Wust als nach einem klaren Konzept an.

Besonders anstrengend fand ich die Liebesentwicklung. Harlow und Loki kennen sich gefühlt zwei Tage, und von jetzt auf gleich gibt es bei Harlow den ersten "Ich will nicht, dass wir uns wieder trennen!"-Gedanken. Das wirkte auf mich extrem gerusht. Gleiches gilt für das erste Mal: keinerlei Zweifel, keine Unsicherheiten, alles sofort perfekt – puh. Das nahm der Beziehung für mich jede Glaubwürdigkeit.
Hinzu kommt, dass man den Großteil des Buches fast ausschließlich mit Harlow und Loki in trauter Zweisamkeit verbringt. Das wurde für mich schnell ermüdend, vor allem, weil außerhalb dieser Dynamik die Welt echt spannend ist.

Eine der stärksten Ideen des Buches ist für mich beispielweise Harlows Abstammung. Wer ihr Vater ist, bleibt lange ein Rätsel und wird erst im Verlauf der Geschichte aufgelöst – und damn, auf die Herkunft hab ich Bock. Ich hoffe sehr, dass ihr Vater im zweiten Band eine größere Rolle spielt und diese familiären Verbindung noch ausgearbeitet wird, denn das hat enormes Potenzial.

Insgesamt hatte „Loki“ für mich starke Ansätze und interessante Ideen, die aber unter einer sehr fokussierten Zweisamkeit, einer überhasteten Liebesgeschichte und einem etwas chaotischen Mythologie-Mix leiden.