Poetisch, roh und voller Hoffnung

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
einbisschenlara Avatar

Von

Schon die ersten Seiten von „Lola im Spiegel“ haben mich tief berührt. Die Sprache ist kraftvoll, bildreich und zugleich von einer großen Zärtlichkeit getragen. Trent Dalton erzählt von einem jungen Leben am Rand der Gesellschaft, von Flucht, Gewalt und Armut aber ebenso von Liebe, Zusammenhalt, Fantasie und der rettenden Kraft der Kunst. Besonders eindrucksvoll finde ich die Perspektive der Erzählerin, die mit großer Klarheit und poetischer Eigenwilligkeit ihre Welt betrachtet und sich über Zeichnungen, Metaphern und innere Bilder selbst verortet.
Die Mischung aus rauer Realität und magischem Denken, aus Schmerz und Hoffnung, verleiht dem Text eine besondere Tiefe. Themen wie Identität, Mutter-Tochter-Beziehung, Überleben und Selbstermächtigung werden nicht plakativ, sondern mit viel Feingefühl und literarischer Stärke verhandelt. Die eingebetteten Zeichnungen und die kunstvolle Struktur verstärken den Eindruck, dass hier nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern ein ganzes Lebensgefühl eingefangen wird.
Ich erwarte von diesem Roman eine intensive, bewegende Lektüre, die lange nachhallt und den Blick auf Menschen richtet, die oft übersehen werden. „Lola im Spiegel“ verspricht für mich ein Buch zu sein, das weh tut, tröstet und zugleich Mut macht – und genau solche Geschichten möchte ich lesen und weiterempfehlen.