Berührend, klug und voller Menschlichkeit

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alxna Avatar

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"Lola im Spiegel" von Trent Dalton ist ein Roman, der leise beginnt und dann immer tiefer unter die Haut geht. Mit Lola hat Dalton eine Protagonistin geschaffen, die man nicht einfach nur begleitet – man fühlt mit ihr, leidet mit ihr und hält zwischendurch den Atem an, weil ihre Geschichte so roh und ehrlich erzählt ist.
Der Roman kreist um Identität, Selbstwahrnehmung, Liebe und die Narben, die das Leben hinterlässt. Besonders beeindruckt hat mich Daltons Sprache: poetisch, manchmal schmerzhaft direkt, dann wieder voller Wärme und Hoffnung. Jeder Satz wirkt bewusst gesetzt, ohne je schwer oder konstruiert zu sein. Die Metapher des Spiegels zieht sich stark durch die Geschichte und lädt dazu ein, nicht nur Lola, sondern auch sich selbst zu hinterfragen.
Trotz der ernsten Themen verliert das Buch nie seine Menschlichkeit. Es gibt zarte, helle Momente, die trösten und zeigen, dass Heilung möglich ist – auch wenn sie nicht geradlinig verläuft.
Lola im Spiegel ist kein Buch für zwischendurch, sondern eines, das nachhallt und noch lange im Kopf bleibt. Für mich ein absolutes Lesehighlight und ein verdienter Fünf-Sterne-Roman.