Ein berührender Roman!
Das Cover zeigt einen zersplitterten Spiegel auf gelbem Grund, vielleicht in Andeutung für Queensland als dem Sonnenscheinstaat Australiens. Der Buchtitel enthält den symbolischen Frauenname Lola, der oft mit Stärke, Temperament und der Fähigkeit, Schmerz zu überwinden, verbunden ist. Die teils erschreckende, teils hoffnungsvolle Szenerie spielt in Brisbane, grössenteils in der Gegend entlang dem Brisbane River mit seinen Schrottplätzen, Firmengeländen und Hinterhöfen, ideal als Unterschlupf für Obdachlose. Über einen Zeitraum von 2022 bis Anfang 2024 geht es zwischen historischen Fakten wie Überschwemmung mit bis zu 161 % Niederschlagsmengen und Vorbereitungen für die Olympischen Sommerspiele 2032 um das versteckte, von jahrelanger Flucht geprägte Leben einer Frau mit 17-jährigem Mädchen. Jedem Kapitel vorangestellt ist eine Stift-/Tuschezeichnung mit Metaphern, Allegorien und voller Fantasie, die der Ich-Erzählerin, dem künstlerisch begabten Mädchen, zugesprochen werden. In diesem inspirierenden Unterfangen versteckt integriert sich auch die australische Flora und Fauna z.B. mit Rautenpython, Kragenechse, Kookaburras Weißstirn-Schwatzvögel, Australbuschhühner, Honigfresser, Schlangenhalsvogel oder Flammenbäume, Jacarandas, Viel gesellschaftskritische Themen wie Gewalt gegen Frauen, Drogen und deren Schmuggel, Obdachlosigkeit und bezahlbarer Wohnraumnotstand werden aufgegriffen in detailliertem, realistischem Schreibstil. Mit Hilfe des großen Traums vom Leben als erfolgreiche Künstlerin und auch mittels ihres zerbrochenen Zauberspiegels schaut das namenlose Mädchen positiv voller Hoffnung und Liebe in ihre Zukunft. Märchenhafte Erinnerungen an Grimms Märchen von Schneewittchen mit „Spieglein, Spieglein, an der Wand….etc“ weckt dieser Spiegel. Inmitten all der teils gewaltsamen Realität abseits von Wohlstand und Sicherheit existiert aber auch Liebe, Vertrauen und Loyalität. Mitunter begründen tiefgründig philosophische, optimistische Dialoge die Botschaft, dass jeder eine Chance auf ein besseres, beruflich erfolgreiches Leben hat – so wie das Mädchen schließlich als Kunststudentin mit Kunst als Stütze bei ihrem ungewöhnlichen Aufwachsen oder wie der Autor selbst als Journalist. Er verbindet mit dem Hochwasserfluss und dem Verhalten der darin Schwimmenden die Metapher, was und wer du bist.
Möge es immer hilfreiche Menschen geben, die uns eine rettende Hand und mehr reichen.
Möge es immer hilfreiche Menschen geben, die uns eine rettende Hand und mehr reichen.