Kitsch und Kunst

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"Lola im Spiegel" hat auf jeden Fall einen ansprechenden Ansatz. Das Setting und die geschilderten Umstände sind interessant und vor allem den psychologisch-magische Realismus empfand ich als schöne Aufarbeitung, wenngleich er, meiner Meinung nach, etwas zu kurz kommt. Zudem mochte ich die Illustrationen mitsamt museumsgleicher Bildbeschreibung sehr gerne, da es dem Buch eine Art mixed-media Format verleiht.
Bevor ich zu meinen Kritikpunkten komme (die meisten davon eher persönlicher Natur), will ich kurz anmerken, dass ich es für möglich halte, dass sich der Schreibstil nicht besonders gut für eine Übersetzung ins Deutsche eignet, und im Original vielleicht flüssiger wirkt. (Im Vergleich bevorzugt das Englische tendenziell kürzere Sätze.)
Wie dem auch sei, muss ich gestehen, dass mich das Buch nie besonders abgeholt hat. Die Charaktere wirkten durchweg nicht besonders dreidimensional und die Hauptcharakterin schien mir nach einer Weile etwas zu naiv und unerwachsen für eine Siebzehnjährige. Zugegebenermaßen bin ich nie wirklich begeistert von Romanzen, aber ich glaube doch, dass der vorherige Grund auch dazu beigetragen hat, dass sie hier besonders kitschig und unrealistisch wirkt.