War interessant!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
nicki Avatar

Von

Lola im Spiegel von Trent Dalton erzählt die Geschichte eines namenlosen Mädchens, das mit seiner Mutter seit Jahren auf der Flucht lebt, vor der eigenen Vergangenheit und vor der Polizei. Ohne festen Standort, ohne Schule, ohne soziales Netz vegetiert sie mit seiner Mutter in einem alten Van auf einem Schrottplatz am Brisbane River und navigiert durch ein Leben voller Armut, Gewalt und Unsicherheit. Trotz dieser düsteren Ausgangslage hat dieses Mädchen einen klaren Traum: Sie will Künstlerin werden, sich aus dem Schatten der alltäglichen Härten herauszeichnen und auf ihre eigene, unverwechselbare Art sichtbar werden.

Was mich an diesem Buch besonders beeindruckt hat, ist der einzigartige Ton und die emotionale Tiefe, mit der Dalton erzählt. Die Protagonistin hat keinen Namen, weil ein Name in ihrem Leben gefährlich ist, aber sie hat ein Spiegel‑Ich, das sie Lola nennt, eine Figur, die sie selbst sein möchte oder vielleicht sein könnte. Diese Idee, dass Identität nicht nur eine Tatsache, sondern ein Traum ist, der im eigenen Spiegelbild auftaucht, gibt dem Roman eine kraftvolle, poetische Metapher. Viele Leser:innen beschreiben den Stil als ungewöhnlich, faszinierend und überraschend, teils poetisch, teils rau, mit einem starken Blick auf Emotionen und Überlebenswillen.