Wow, Wahnsinns-Geschichte

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liesdochmaleinbuch Avatar

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Das Buch wird ja damit beworben, dass Lola der Demon Copperhead von Australien ist. Und irgendwie kommt das hin. Der Hillbilly-Lifestyle ist auf jeden Fall vorhanden. Und doch geht die Geschichte auf eine andere Art nah. Vielleicht weil der Text doch die Illustrationen gestützt wird, oder vielleicht, weil Lola immer mal wieder ihrem eigenen Körper zu entgleiten scheint, ihr Leben betrachtet als Außenansicht, wie etwas fernes. Auf jeden Fall liest es sich eher wie die Rückschau aus dem Happy End auf den steinigen Weg dorthin.

Das ganze Ausmaß des Elends und eines derartig rauen Lebens nimmt einen schon mit beim Lesen. Die namenlose Protagonistin ist tough, weil sie es sein muss. Gleichzeitig aber auch einsam und verloren. Zwischen Drogendeals, Obdachlosigkeit und Identitätssuche jagt die Protagonistin großen Träumen hinterher. Zentrale Frage ist dabei immer das „wer bin ich“, das auch jegliche Interaktionen mit anderen definiert.

Es ist eine Geschichte voller Schmerz, Leid und Verlust, geprägt von Angst und Hoffnungslosigkeit. Und trotzdem ist da immer auch Licht, auch wenn es manchmal nicht so scheint. Ich hatte beim Lesen fast durchweg einen Kloß im Hals.

Die Synergie aus Bild und Text hat mir richtig gut gefallen, mein erlebt dir Geschichte dadurch gefühlt dreidimensionaler. Teilweise fand ichs schon sehr extrem, was hier alles zusammenkommt, so als hätte die Protagonistin wirklich alles an Pech und Elend für sich gepachtet. Aber es fiel mir leicht mich auf die Geschichte einzulassen und ich habs wirklich gern gelesen