Wie Risse unter der Haut
Bereits der Prolog hinterlässt eine Gänsehaut und erzeugt eine eindringliche, atmosphärische Spannung: Familiengeheimnisse, die aufgeweckt werden wollen.
Und so zieht mich auch die folgende Leseprobe in ihren Bann: die Sprachlosigkeit als transgenerationales Mysterium, das sich unsichtbar durch die Familie von Helena Ross, der Protagonistin, zieht; der stillgelegte Bahnhof, in dem die große Familie wohnt - "das Ende der Welt", ein Übergangsquartier, denn "wer auf dem Bahnhof wohnt, hatte was auf dem Kerbholz"; der Vater, der die Familie zupackend und tatkräftig am Leben erhält und durch seine offene Art das Vertrauen der Dorfbewohner gewinnt; die Mutter, die sich nur fühlt, wenn sie schwanger ist und ein bedürftiges Wesen versorgen kann; und Leni, die "älteste" Tochter, die mit dem Gefühl lebt, auf dem Platz der Erstgeborenen falsch zu sein. Leni übernimmt offensichtlich die Rolle der Suchenden - nach dem Unaussprechlichen, nach dem Geheimnis um ihre erstgeborene Schwester Lori und der zentralen Frage, was mit ihr geschah.
Die Leseprobe verspricht einen psychologisch fein austarierten, literarisch anspruchsvollen Familienroman auf dem Hintergrund eines dunklen Kapitals der DDR-Geschichte der 70er Jahre - ein Genre, das ich sehr gerne lese. Wie gehen Menschen/Familien mit traumatischen Ereignissen auf der Folie politischer Verwerfungen um?
Anousch Mueller schreibt einnehmend, flüssig und authentisch. Sehr vielversprechend!
Und so zieht mich auch die folgende Leseprobe in ihren Bann: die Sprachlosigkeit als transgenerationales Mysterium, das sich unsichtbar durch die Familie von Helena Ross, der Protagonistin, zieht; der stillgelegte Bahnhof, in dem die große Familie wohnt - "das Ende der Welt", ein Übergangsquartier, denn "wer auf dem Bahnhof wohnt, hatte was auf dem Kerbholz"; der Vater, der die Familie zupackend und tatkräftig am Leben erhält und durch seine offene Art das Vertrauen der Dorfbewohner gewinnt; die Mutter, die sich nur fühlt, wenn sie schwanger ist und ein bedürftiges Wesen versorgen kann; und Leni, die "älteste" Tochter, die mit dem Gefühl lebt, auf dem Platz der Erstgeborenen falsch zu sein. Leni übernimmt offensichtlich die Rolle der Suchenden - nach dem Unaussprechlichen, nach dem Geheimnis um ihre erstgeborene Schwester Lori und der zentralen Frage, was mit ihr geschah.
Die Leseprobe verspricht einen psychologisch fein austarierten, literarisch anspruchsvollen Familienroman auf dem Hintergrund eines dunklen Kapitals der DDR-Geschichte der 70er Jahre - ein Genre, das ich sehr gerne lese. Wie gehen Menschen/Familien mit traumatischen Ereignissen auf der Folie politischer Verwerfungen um?
Anousch Mueller schreibt einnehmend, flüssig und authentisch. Sehr vielversprechend!