Authentischer Einblick

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clara_mag_norman Avatar

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Leni wächst mit ihren fünf Geschwistern auf einem verlassenen Bahnhof in Thüringen auf. Als sie erwachsen ist, merkt sie, dass irgendetwas damals nicht gestimmt hat. Also macht sie sich auf die Suche nach Antworten. Dabei gräbt sie in der Vergangenheit ihrer Eltern und damit zugleich auch in ihrer eigenen. Sie reist zurück in die 70er Jahre in der DDR. Der Roman verknüpft aktuelle Erzählfäden mit dem, was in der Vergangenheit ihrer Eltern geschehen ist. Dabei variiert die Erzählstimme. Die Abschnitte sind eher kurz und es gibt einige Spannungsbögen, sodass man am Buch bleibt. Lenis Mutter wirkt erst sehr distanziert und auch Leni bleibt vorerst unnahbar. Doch mit der Zeit und je mehr man über die Vergangenheit der beiden erfährt, desto besser kann man sie und ihre Beweggründe verstehen. Das Erlebte der Figuren ist sehr genau beschrieben. Ich hatte beim Lesen alles vor Augen. Gerade Lenis Gefühle gegenüber ihrer Familie konnte ich gut nachvollziehen. Es ist auch ein politisches Buch, das sich mit den Geschehnissen der DDR beschäftigt und den Alltag einer Familie vor und nach dem Fall der Mauer beleuchtet. Alles passiert nur in Ausschnitten, die aber zusammengefügt ein authentisches Bild ergeben. Mir hat der Roman besonders sprachlich sehr gut gefallen, aber auch der Aufbau der Handlung ist gelungen.