Bedrückende Geschichte über unerfüllte Wünsche und die Last der Vergangenheit
Lori ist ein Buch das nachwirkt. Auch wenn bereits im ersten Kapitel das dunkle Geheimnis mehr oder weniger offen gelegt wird.
Anousch Mueller erzählt die Geschichte über mehrere Zeitebene. Im Zentrum steht Leni. Leni, die wir ihre 5(!) Geschwister mit ihrem Leben hadert, eine Gescheiterte ist. Am intensivsten fand ich ihre die Kindheits- und Jugenderinnerungen. Da konnte man es fast riechen, den Geschmack nach blutigen, aufgeschlagenen Knien, die flirrende Sommerhitze, der Schweiß der kleinen Kinderkörper und später den billigen Alkopop auf den Dorffesten. Neben Leni wird auch die Geschichte ihrer Eltern in der DDR erzählt. Mit diesem Teil tat ich mich schwerer. Mir persönlich fehlt da der Bezug. Muellers eher fragmentarischer Erzählweise, die auf bestehende Assoziationen mit der eigenen Erinnerung aufbaut, tut ihr übriges. Da mir beispielsweise Stoffe und Kleidung der DDR gänzlich unbekannt sind, konnte ich mit einem Großteil der Erzählung in diesem Bereich nichts anfangen.
Mit Leni selbst tue ich mir auch schwer. Sie hat eine kompromisslose Art anderen gegenüber. Sie deckt ihre Schwächen gnadenlos auf und erzählt von ihnen. Damit nimmt sie ihren Mitmenschen aber auch ein die Würde. Es macht Sinn, dass jemand dessen Kindheit auf einer Lüge aufbaut, Interesse hat, ganz genau hinzuschauen und nachzubohren. Aber Zusammenleben und Beziehungen stelle ich mir mit dieser Sichtweise aber schwer vor.
Am stärksten fand ich den Einstieg des Buches. Es sind Lenis Kindheitserinnerungen, erzählt mit unglaublicher Wucht und poetischer Kraft. Dazu passend das traumhafte Cover-Bild, das die eigentümliche Atmosphäre des Buches gut einfängt.
Leider nicht ganz der große Wurf, den ich mir bei dem großartigen Einstieg erhofft habe. Dennoch ein wunderbares Buch, das ich nicht missen möchte. Und das sich dank sehr eigentümlichen Atmosphäre einen Platz in meinem Herzen erkämpft hat. Gerne mehr davon.
Anousch Mueller erzählt die Geschichte über mehrere Zeitebene. Im Zentrum steht Leni. Leni, die wir ihre 5(!) Geschwister mit ihrem Leben hadert, eine Gescheiterte ist. Am intensivsten fand ich ihre die Kindheits- und Jugenderinnerungen. Da konnte man es fast riechen, den Geschmack nach blutigen, aufgeschlagenen Knien, die flirrende Sommerhitze, der Schweiß der kleinen Kinderkörper und später den billigen Alkopop auf den Dorffesten. Neben Leni wird auch die Geschichte ihrer Eltern in der DDR erzählt. Mit diesem Teil tat ich mich schwerer. Mir persönlich fehlt da der Bezug. Muellers eher fragmentarischer Erzählweise, die auf bestehende Assoziationen mit der eigenen Erinnerung aufbaut, tut ihr übriges. Da mir beispielsweise Stoffe und Kleidung der DDR gänzlich unbekannt sind, konnte ich mit einem Großteil der Erzählung in diesem Bereich nichts anfangen.
Mit Leni selbst tue ich mir auch schwer. Sie hat eine kompromisslose Art anderen gegenüber. Sie deckt ihre Schwächen gnadenlos auf und erzählt von ihnen. Damit nimmt sie ihren Mitmenschen aber auch ein die Würde. Es macht Sinn, dass jemand dessen Kindheit auf einer Lüge aufbaut, Interesse hat, ganz genau hinzuschauen und nachzubohren. Aber Zusammenleben und Beziehungen stelle ich mir mit dieser Sichtweise aber schwer vor.
Am stärksten fand ich den Einstieg des Buches. Es sind Lenis Kindheitserinnerungen, erzählt mit unglaublicher Wucht und poetischer Kraft. Dazu passend das traumhafte Cover-Bild, das die eigentümliche Atmosphäre des Buches gut einfängt.
Leider nicht ganz der große Wurf, den ich mir bei dem großartigen Einstieg erhofft habe. Dennoch ein wunderbares Buch, das ich nicht missen möchte. Und das sich dank sehr eigentümlichen Atmosphäre einen Platz in meinem Herzen erkämpft hat. Gerne mehr davon.