Eine Geschichte mit leisen Tönen und psychologischer Tiefe

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„Lori“ von Anousch Mueller ist ein beeindruckender Roman, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Schon früh entsteht eine subtile, fast unterschwellige Lesestimmung, bei der man spürt, dass in dieser Familie etwas nicht stimmt. Dieses Gefühl zieht sich durch die gesamte Geschichte und sorgt für eine anhaltende Spannung, ohne jemals laut oder aufdringlich zu werden.

Besonders begeistert hat mich der wunderschöne Schreibstil. Anousch Mueller schreibt mit großer sprachlicher Feinfühligkeit und schafft es, die Emotionen ihrer Figuren eindrucksvoll einzufangen. Die Geschichte entfaltet sich Stück für Stück, sodass man gemeinsam mit Leni den Geheimnissen ihrer Familie näherkommt und das Buch kaum aus der Hand legen möchte.

Die wechselnden Zeitebenen zwischen der Nachwendezeit und der DDR-Vergangenheit sind hervorragend miteinander verwoben und machen deutlich, wie tief politische Ereignisse und verschwiegene Wahrheiten das Leben mehrerer Generationen prägen können. Themen wie Schuld, Verdrängung, Sprachlosigkeit und familiäre Traumata werden dabei sensibel und authentisch behandelt.

„Lori“ ist kein lauter Roman, sondern einer, der mit leisen Tönen und psychologischer Tiefe überzeugt und dadurch umso intensiver wirkt.