Familiengeheimnis

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ulgu1978 Avatar

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Leni ist eins von sechs (lebenden) Geschwistern und hat eine Ahnung, dass es noch eine Schwester gab, traut sich aber nicht, ihre Eltern danach zu fragen. Eines Tages findet sie den Beweis dafür, dass ihre Vermutung stimmt, behält aber auch diese Erkenntnis für sich. Allerdings hat sie keine Erinnerung daran, was mit dieser fehlenden Schwester passiert ist. Sie schafft es selbst als Erwachsene nicht, mit ihren Eltern über vergangene Ereignisse um ihre Schwester Lori zu sprechen.
Anousch Mueller beschreibt in ihrem Roman sehr anschaulich wie schwierig es ist, mit seinen Kindern über Familienkatastrophen zu sprechen oder als Kind danach zu fragen. Als Hintergrund der in Rückblicken erzählten Geschichte dienen überwiegend die politischen Ereignisse in der DDR in den siebziger Jahren.
Leider wird vieles nur oberflächlich angerissen. Wer eine umfassende Berichterstattung der damaligen politischen Ereignisse erwartet, wird enttäuscht. Auch was sich mit Lori zugetragen hat, wird nur nebulös erzählt. Man muss schon seine Phantasie bemühen um einigermaßen zu verstehen was mit Lori passiert ist. Schade, eine detailliertere Aufklärung hätte dem Roman gut getan.