Familiengeschichte

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sylvia74 Avatar

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Leni ist in diesem Buch die Erzählerin, und sie spürt ihr es ihr Leben lang...da fehlt etwas bzw. Jemand. Niemand spricht darüber. Intuitiv merkt sie, es gab eine Schwester, die nicht mehr da ist. Sie leben in einer nur scheinbar heilen Welt, denn es ist die DDR, in die sie alle geboren werden. Leni wächst auf einem verlassenen Bahnhofsgelände in Thüringen mit fünf Geschwistern auf und weiß instinktiv, dass irgend etwas nicht stimmt. Die Mutter ist zwar körperlich anwesend und vermittelt einen liebevollen Eindruck. Doch zugleich ist sie eben nicht wirklich präsent. Manchmal ist sie einfach nicht mehr da und der Vater muss sich um die Kinder kümmern. Und ja, es gibt die eine Schwester, die nicht mehr da ist. Es wird nicht über dieses Mädchen mit dem Namen Lori gesprochen. Es wird so gelebt, als habe es sie nie gegeben. Leni recherchiert und findet viel mehr Wahrheiten heraus, als ihr lieb ist. Weit mehr als das, als das was mit Lori geschah. Am Ende wechseln sich Verstehen und Bestürzung ab. Alle Geschwister von Leni haben ein Problem, der eine trinkt, die andere ist Borderlinerin, ein weiterer leidet an Depressionen. Ist Lori der Grund dafür? Das zentrale Thema ist jedoch das System der DDR selbst. Es wird deutlich, wie skrupellos dieses politische System in das Privatleben der Bürger eingegriffen hat. Überwachung, Verlust der Freiheit und die psychologischen Mechanismen eines Unrechtsstaates. Manche Dinge sollten nicht in Vergessenheit geraten