Feinfühlig, ruhig, melancholisch
Im Mittelpunkt von „Lori“ steht Leni, die mit ihren fünf Geschwistern im ehemaligen Bahnhofsgebäude eines abgelegenen thüringischen Dorfs aufwächst. Schon früh spürt sie, dass ihre Familie ein Geheimnis hütet. Erinnerungsfetzen an einen Krankenhausaufenthalt und das unausgesprochene Fehlen ihrer Schwester Lori begleiten sie seit ihrer Kindheit. Mueller zeichnet das Bild einer Familie, deren Mitglieder auf unterschiedliche Weise an einer Vergangenheit leiden, über die niemand sprechen kann. Das Schweigen der Eltern führt bei den Kindern zu Orientierungslosigkeit, Beziehungsproblemen und Belastungen. Wie sich herausstellt, schlummert nicht nur ein großes Geheimnis in der Familiengeschichte, sondern gleich zwei.
Besonders atmosphärisch ist das Dorf als Schauplatz der Handlung beschrieben, trostlos, bedrückend, abgehängt. Der Bezug zur DDR-Vergangenheit, ein Familienschicksal bestimmt durch Verrat, Manipulation und politische Repression, all das gibt der Geschichte Tiefgang und spannende Facetten.
„Lori“ ist ein ruhiges Buch, sehr feinfühlig erzählt. Es schwebt eine melancholische Stimmung über der Geschichte, die aber nicht zu traurig wird, sondern einen irgendwie fast umarmt. Sprachlich hat es mir sehr gut gefallen, kann es absolut empfehlen.
Besonders atmosphärisch ist das Dorf als Schauplatz der Handlung beschrieben, trostlos, bedrückend, abgehängt. Der Bezug zur DDR-Vergangenheit, ein Familienschicksal bestimmt durch Verrat, Manipulation und politische Repression, all das gibt der Geschichte Tiefgang und spannende Facetten.
„Lori“ ist ein ruhiges Buch, sehr feinfühlig erzählt. Es schwebt eine melancholische Stimmung über der Geschichte, die aber nicht zu traurig wird, sondern einen irgendwie fast umarmt. Sprachlich hat es mir sehr gut gefallen, kann es absolut empfehlen.