Schmerzhafte Leerstellen

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bokjente Avatar

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„Lori“ von Anousch Mueller hat mich von der ersten Seite an vollkommen in seinen Bann gezogen. Schon das Cover deutet an, was der Roman später eindrucksvoll einlöst: eine leise, atmosphärische Geschichte, die tief in familiäre Erinnerungen und die Nachwirkungen der DDR-Vergangenheit eintaucht.

Anousch Mueller erzählt mit einer Intensität, die mich sofort erreicht hat. Wir folgen Leni, die im Laufe des Romans nach und nach eine schmerzhafte Leerstelle in ihrer Familiengeschichte aufdeckt. Die Figuren wirken dabei so echt, so verletzlich und gleichzeitig so stark.

Besonders beeindruckt hat mich auch die Beschreibung der Umgebung und wie Architektur, Orte und Landschaften zu stillen Erzählern werden. Sie tragen Erinnerungen, spiegeln Stimmungen und machen sichtbar, wie Vergangenheit sich in Mauern, Räumen und Blickachsen einschreibt.

„Lori“ ist für mich ein Roman, der lange nachhallt. Er erzählt nicht nur eine Familiengeschichte, sondern zeigt, wie tief politische Systeme in das Leben einzelner Menschen eingreifen können und wie schwer es ist, mit dem Schweigen der Vergangenheit zu leben.

Ein bewegendes, kluges und atmosphärisch dichtes Buch!