Tragische DDR-Geschichte

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timphilipp Avatar

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Der Roman ist eine rundum tragische Familiengeschichte, die bis in die frühen 1970er Jahre der DDR zurückgeht und zeigt auf, dass der Staatsapparat selbst vor ganz normalen Familien nicht halt machte.
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der jungen Frau Helena Ross, genannt Leni, die als 16jährge im Jahr 1995 ihrer Familiengeschichte nachzuspüren beginnt. Schon seit dem Kleinkindalter stimmte ihrem Gefühl nach etwas nicht mit ihrer Großfamilie. Das distanzierte Verhalten der Mutter ihren sechs Kindern gegenüber konnte durch den besorgten Vater nicht wettgemacht werden, so dass alle Kinder psychisch erkranken. In ihrer Erinnerung gibt es Fragmente. Was Leni schließlich aufdeckt, ist haarsträubend und beeinflusst von dem allmächtigen und –gegenwärtigen DDR-Staatsapparat; es lässt die Familienkonstellation in einem völlig anderen Licht erscheinen.
Die Autorin nimmt sich sehr sensibel und psychologisch einfühlsam des Themas Schuld und Verdrängung an. Die Sprache ist dem Thema angemessen. Als schöne Auflockerung habe ich die immer mal wieder eingestreuten Gedichte von Lenis Jugendfreund empfunden, der seine eigene tragische Vergangenheit hat.
Der Roman ist für alle mit Interesse an der deutschen Gegenwartsgeschichte, vor allem in der DDR, zu empfehlen.