Tragische Familiengeschichte

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madamebiscuit Avatar

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"Wenn sich ein Geheimnis löst, beginnt die Geschichte von Neuem. Als zweite Fassung. Jeden von uns gibt es ab dann in der einen und in der anderen Version."
Was für ein großartiger erster Satz, der mich in diese Geschichte gezogen hat. Es geht um Leni, die mit ihrer Familie in den 1990ern auf einem verlassenen Bahnhof in Thüringen aufwächst. Schon in ihrer Kindheit hat sie immer wieder das Gefühl, dass etwas fehlt und mit der Zeit kommen einzelne Erinnerungen an die Zeit vor dem Bahnhof hoch. Doch es wird noch einige Jahre dauern bis sie hinter das Familiengeheimnis kommt.

Es ist eine inhaltlich spannende und interessante Geschichte, die auch zeithistorisch ihren Reiz hat, denn ihre Eltern lebten früher in der DDR. Als Leni immer mehr in die Vergangenheit ihrer Eltern vordringt, erfahren wir somit in Rückblenden, wie sich die 1970er und 1980er damals für die beiden dargestellt haben.
Ansonsten zeigt die Autorin mit der Handlung gekonnt auf, wie stark die Auswirkungen eines traumatischen Ereignisses eine ganze Familie und somit auch mehrere Generationen beeinflussen kann.

Gerade das Verhältnis zwischen Leni und ihrer Mutter ist davon schwer belastet, doch auch alle anderen der insgesamt sechs Kinder haben mit dem nicht selbst erlebten Schicksalsschlag zu kämpfen.

Thematisch war es genau der richtige Roman für mich, allerdings lag mir der Schreibstil der Autorin leider nicht so ganz. Durch die häufigen Perspektivwechsel fiel es mir schwer bei der Prota zu bleiben und mit ihr mitzufühlen, insofern blieb ich leider dauerhaft auf Distanz.

Insofern gibt es von mir die Empfehlung sich am besten selbst ein Bild zu machen, denn es ist definitiv ein lesenswerter Roman, auch wenn er nicht das richtige Buch für mich war.