Ungesagtes
Leni wächst in den 80er Jahren in Thüringen auf. Mit Eltern und fünf Geschwistern lebt sie in einem alten Bahnhofsgebäude, von dem die Nachbarn sagen, dass es nur „Asoziale, Räuber, Schläfer“ oder „Politische“ beherbergen würde.
Ihre Mutter scheint sich nur für Bücher und das jeweils aktuelle Baby zu interessieren, der Vater kümmert sich vorbildlich um die Kinder. Aber Leni spürt, dass etwas Ungesagtes die Familie überschattet
Das Buch spannt einen weiten Bogen und bringt uns von der DDR über Wiedervereinigung in die heutige Zeit.
Das Leben der Familienmitglieder hat sich in diesen Jahren sehr verändert, aber psychisch sind alle Geschwister nicht unbeschadet in der Gegenwart angekommen. Sie haben verschiedene Erkrankungen, aber bei allen ist feststellbar, dass etwas nicht stimmt mit der Familie. Das Unausgesprochene hat seine Spuren hinterlassen.
Anousch Mueller springt in erzählerischen Fragmenten zwischen den Zeiten hin und her und so wird schrittweise die traumatische Familiengeschichte aufgedeckt. Sie handelt von der Skrupellosigkeit eines politischen Systems, das seine Bürger mit Misstrauen und Repressionen behandelte. Aber in erster Linie handelt sie von einer Familie, die von Schuld, Verdrängung und Schweigen geprägt ist und dadurch ihre Traumata an die nächste Generation weitergegeben hat. Sie erzählt von den daraus entstehenden Folgen, wie dies langfristig die Lebenswege prägt.
Neben dem persönlichen Schicksal und dem politischen Rahmen wird aber auch ein schönes Stück Zeitgeschichte der DDR wiedergegeben.
Es entsteht ein klares und deutliches Bild einer Kindheit auf dem Lande in den 70er Jahren, aber auch von den Eindrücken und Erlebnissen der Wendezeit.
Anousch Mueller erzählt klar und relativ emotionslos, aber dennoch einfühlsam. Atmosphärische Bilder entstehen besonders bei ihren Beschreibungen der dörflichen Kindheit.
Was mir gefehlt hat, war mehr Einblick in Gedanken und Gefühle der anderen Personen. Wie denken die Geschwister über alles? Warum war die Mutter plötzlich bereit, nach so vielen Jahren über die Vergangenheit zu reden?
FAZIT
Ein lesenswerter Roman, der Zeitgeschichte mit einer Familientragödie kombiniert.
Ihre Mutter scheint sich nur für Bücher und das jeweils aktuelle Baby zu interessieren, der Vater kümmert sich vorbildlich um die Kinder. Aber Leni spürt, dass etwas Ungesagtes die Familie überschattet
Das Buch spannt einen weiten Bogen und bringt uns von der DDR über Wiedervereinigung in die heutige Zeit.
Das Leben der Familienmitglieder hat sich in diesen Jahren sehr verändert, aber psychisch sind alle Geschwister nicht unbeschadet in der Gegenwart angekommen. Sie haben verschiedene Erkrankungen, aber bei allen ist feststellbar, dass etwas nicht stimmt mit der Familie. Das Unausgesprochene hat seine Spuren hinterlassen.
Anousch Mueller springt in erzählerischen Fragmenten zwischen den Zeiten hin und her und so wird schrittweise die traumatische Familiengeschichte aufgedeckt. Sie handelt von der Skrupellosigkeit eines politischen Systems, das seine Bürger mit Misstrauen und Repressionen behandelte. Aber in erster Linie handelt sie von einer Familie, die von Schuld, Verdrängung und Schweigen geprägt ist und dadurch ihre Traumata an die nächste Generation weitergegeben hat. Sie erzählt von den daraus entstehenden Folgen, wie dies langfristig die Lebenswege prägt.
Neben dem persönlichen Schicksal und dem politischen Rahmen wird aber auch ein schönes Stück Zeitgeschichte der DDR wiedergegeben.
Es entsteht ein klares und deutliches Bild einer Kindheit auf dem Lande in den 70er Jahren, aber auch von den Eindrücken und Erlebnissen der Wendezeit.
Anousch Mueller erzählt klar und relativ emotionslos, aber dennoch einfühlsam. Atmosphärische Bilder entstehen besonders bei ihren Beschreibungen der dörflichen Kindheit.
Was mir gefehlt hat, war mehr Einblick in Gedanken und Gefühle der anderen Personen. Wie denken die Geschwister über alles? Warum war die Mutter plötzlich bereit, nach so vielen Jahren über die Vergangenheit zu reden?
FAZIT
Ein lesenswerter Roman, der Zeitgeschichte mit einer Familientragödie kombiniert.