Wortgewaltig ❤️
Rezension zu Lori von Anousch Mueller
Manche Bücher packen einen nicht mit großen Wendungen, sondern mit einem Gefühl. Lori war für mich genau so ein Buch. Schon nach den ersten Seiten war ich völlig in der Geschichte versunken und wollte unbedingt erfahren, welches Geheimnis diese Familie so viele Jahre begleitet.
Im Mittelpunkt steht Leni, die mit ihren fünf Geschwistern auf einem alten Bahnhof in Thüringen aufwächst. Schon als Kind spürt sie, dass etwas in ihrer Familie nicht stimmt. Über die Vergangenheit wird geschwiegen, Fragen bleiben unbeantwortet und ihre Mutter wirkt oft emotional unerreichbar, während der Vater versucht, die Familie zusammenzuhalten. Erst viele Jahre später beginnt Leni, nach Antworten zu suchen – und stößt auf die Geschichte ihrer Schwester Lori, über die nie gesprochen wurde.
Mich hat besonders beeindruckt, wie eindringlich Anousch Mueller das Schweigen innerhalb einer Familie beschreibt. Es wird schnell deutlich, dass nicht nur das, was gesagt wird, Menschen prägt, sondern oft noch viel mehr das, was unausgesprochen bleibt. Die Autorin zeigt sehr einfühlsam, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer und traumatischen Erlebnissen umgehen und welche Spuren verdrängte Erfahrungen auch bei der nächsten Generation hinterlassen können.
Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen. Er ist ruhig, atmosphärisch und gleichzeitig so fesselnd, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Einige Passagen musste ich bewusst noch einmal lesen, weil sie so viel zwischen den Zeilen erzählen. Gerade diese leisen Momente haben mich besonders berührt.
Auch die Entwicklung zwischen Leni und ihrer Mutter fand ich sehr bewegend. Es geht hier nicht um einfache Vergebung oder schnelle Lösungen, sondern um einen langen, schmerzhaften Weg des Verstehens und Annäherns. Dadurch wirkte die Geschichte für mich besonders authentisch und glaubwürdig.
Lori ist für mich weit mehr als ein Familienroman. Es ist eine Geschichte über Verlust, Sprachlosigkeit, die Nachwirkungen der DDR-Vergangenheit und darüber, wie wichtig es ist, irgendwann den Mut zu finden, über das Unsagbare zu sprechen. Emotional, klug erzählt und lange nachwirkend.
Ein Buch, das mich tief berührt hat und das ich allen empfehlen kann, die ruhige, intensive Familiengeschichten mit historischem Hintergrund mögen.
Manche Bücher packen einen nicht mit großen Wendungen, sondern mit einem Gefühl. Lori war für mich genau so ein Buch. Schon nach den ersten Seiten war ich völlig in der Geschichte versunken und wollte unbedingt erfahren, welches Geheimnis diese Familie so viele Jahre begleitet.
Im Mittelpunkt steht Leni, die mit ihren fünf Geschwistern auf einem alten Bahnhof in Thüringen aufwächst. Schon als Kind spürt sie, dass etwas in ihrer Familie nicht stimmt. Über die Vergangenheit wird geschwiegen, Fragen bleiben unbeantwortet und ihre Mutter wirkt oft emotional unerreichbar, während der Vater versucht, die Familie zusammenzuhalten. Erst viele Jahre später beginnt Leni, nach Antworten zu suchen – und stößt auf die Geschichte ihrer Schwester Lori, über die nie gesprochen wurde.
Mich hat besonders beeindruckt, wie eindringlich Anousch Mueller das Schweigen innerhalb einer Familie beschreibt. Es wird schnell deutlich, dass nicht nur das, was gesagt wird, Menschen prägt, sondern oft noch viel mehr das, was unausgesprochen bleibt. Die Autorin zeigt sehr einfühlsam, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer und traumatischen Erlebnissen umgehen und welche Spuren verdrängte Erfahrungen auch bei der nächsten Generation hinterlassen können.
Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen. Er ist ruhig, atmosphärisch und gleichzeitig so fesselnd, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Einige Passagen musste ich bewusst noch einmal lesen, weil sie so viel zwischen den Zeilen erzählen. Gerade diese leisen Momente haben mich besonders berührt.
Auch die Entwicklung zwischen Leni und ihrer Mutter fand ich sehr bewegend. Es geht hier nicht um einfache Vergebung oder schnelle Lösungen, sondern um einen langen, schmerzhaften Weg des Verstehens und Annäherns. Dadurch wirkte die Geschichte für mich besonders authentisch und glaubwürdig.
Lori ist für mich weit mehr als ein Familienroman. Es ist eine Geschichte über Verlust, Sprachlosigkeit, die Nachwirkungen der DDR-Vergangenheit und darüber, wie wichtig es ist, irgendwann den Mut zu finden, über das Unsagbare zu sprechen. Emotional, klug erzählt und lange nachwirkend.
Ein Buch, das mich tief berührt hat und das ich allen empfehlen kann, die ruhige, intensive Familiengeschichten mit historischem Hintergrund mögen.