Zu viele Geschichten auf einmal
Anousch Mueller hat einen Roman geschrieben, der es hätte in sich haben können. Leider werden die hohen Erwartungen nicht erfüllt.
Die Familiengeschichte der Ich- Erzählerin allein hätte einen längeren Roman gerechtfertigt, und genau hier liegt das Problem des Buches.
Helena lebt mit ihren fünf Geschwistern und den Eltern in einem abgelegenen, stillgelegten Bahnhofsgebäude irgendwo in Thüringen. Der Vater ist fürsorglich, die Mutter eher abweisend und in ihrer eigenen Welt lebend. Um Emotionen zu zeigen, braucht sie immer einen hilflosen Säugling, um den sie sich kümmern kann. Immer wieder wird Helena, genannt Leni, in ihrer Kindheit und Jugend von Erinnerungsfetzen heimgesucht. Gab es noch ein Geschwisterkind?
Leider erzählt Anousch Mueller schon diese Geschichte sehr oberflächlich. Es dräut zwar überall Ungemach und Drama, aber keiner der Protagonisten wird zu einer interessanten Person. Zudem möchte sie nun auch die Geschichte der DDR in Teilen erzählen. Anhand der verworrenen Leben der Eltern von Leni versucht sich Mueller an einer Aufarbeitung der Situation im anderen Teil Deutschlands, aber auch das bleibt zu diffus und klischeehaft.
Über allem schwebt das unausgesprochene Schicksal des verschwundenen Kindes Lori.
Bei all dieser aufgehäuften Dramatik erwartet man eine fulminante Auflösung, eine Katharsis, einen Knaller, aber nichts dergleichen.
Das Buch hat mich sehr enttäuscht, und nur, weil es sich mit populären Themen, wie transgenerationale Traumata und der Geschichte der DDR befasst, kann ich es leider nicht positiv bewerten.
Die unglaublich komplexen Themen hätten einer besseren und vor allen Dingen umfassenderen Umsetzung bedurft, 204 Seiten sind schon für ein Thema dieser Art zu schmal.
Die Familiengeschichte der Ich- Erzählerin allein hätte einen längeren Roman gerechtfertigt, und genau hier liegt das Problem des Buches.
Helena lebt mit ihren fünf Geschwistern und den Eltern in einem abgelegenen, stillgelegten Bahnhofsgebäude irgendwo in Thüringen. Der Vater ist fürsorglich, die Mutter eher abweisend und in ihrer eigenen Welt lebend. Um Emotionen zu zeigen, braucht sie immer einen hilflosen Säugling, um den sie sich kümmern kann. Immer wieder wird Helena, genannt Leni, in ihrer Kindheit und Jugend von Erinnerungsfetzen heimgesucht. Gab es noch ein Geschwisterkind?
Leider erzählt Anousch Mueller schon diese Geschichte sehr oberflächlich. Es dräut zwar überall Ungemach und Drama, aber keiner der Protagonisten wird zu einer interessanten Person. Zudem möchte sie nun auch die Geschichte der DDR in Teilen erzählen. Anhand der verworrenen Leben der Eltern von Leni versucht sich Mueller an einer Aufarbeitung der Situation im anderen Teil Deutschlands, aber auch das bleibt zu diffus und klischeehaft.
Über allem schwebt das unausgesprochene Schicksal des verschwundenen Kindes Lori.
Bei all dieser aufgehäuften Dramatik erwartet man eine fulminante Auflösung, eine Katharsis, einen Knaller, aber nichts dergleichen.
Das Buch hat mich sehr enttäuscht, und nur, weil es sich mit populären Themen, wie transgenerationale Traumata und der Geschichte der DDR befasst, kann ich es leider nicht positiv bewerten.
Die unglaublich komplexen Themen hätten einer besseren und vor allen Dingen umfassenderen Umsetzung bedurft, 204 Seiten sind schon für ein Thema dieser Art zu schmal.