Perfekt unperfekt

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skymichaelis Avatar

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Für die einen zu schlicht und zu unperfekt, für die anderen liebevoll und rückbesinnend. Cleo Wade hat mit diesem Buch ein Werk voller Zuneigung für ihre Töchter geschaffen. Begonnen hat alles mit einem Gedicht, aus dem schließlich ein illustriertes Geschenkbuch beziehungsweise Bilderbuch entstanden ist.

Die Illustrationen sind einfach, kindlich, fast so, als wären sie nebenbei hingekritzelt, ohne künstlerischen Anspruch oder technische Raffinesse. Genau das mag viele stören. Für mich jedoch liegt darin der Charme des Buches und die konsequente Spiegelung seiner Botschaft. Es geht um liebevolle Wünsche, um Bestärkung darin, man selbst zu sein, den eigenen Weg zu gehen, das zu tun, was man mag, und das Leben auszukosten, unabhängig vom ständigen Druck, sich anzupassen.

Gerade um diesem Anpassungsdruck zu widersprechen, wirken die farbigen Scribbles so stimmig. Technisch saubere, perfekte Illustrationen hätten die Message verfehlt. Auch der Text bleibt bewusst einfach. Keine große Poesie, keine sprachlichen Kunststücke, sondern klare, herzliche Gedanken, die der Seele guttun.

Es ist weder ein herausragendes Werk in Bezug auf Sprache noch auf Kunst, aber eines in Bezug auf Herz und Haltung. Ein leiser, warmer Gegenentwurf zum allgegenwärtigen Perfektionswahn.