Wenn die Miete mehr kostet als die Liebe

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azur.blau.liest Avatar

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Jo Cheetham eröffnet ihren Roman mit einer philosophischen Aussage: Sie isst romantische Filme lieber nur bis zur Hälfte, um sich das glückliche Ende zu sparen. Das sagt eigentlich alles über Hannah – intelligent, sarkastisch, zutiefst skeptisch gegenüber Happy Ends, die von Männern abhängig sind.

Der Schreibstil ist herrlich witzig, und Cheetham jongliert mühelos zwischen Hannahs Gedankenchaos und der brutalen Realität des Erwachsenseins in Großbritannien. Dass der Spannungsaufbau weniger auf Romantik als auf finanzielle Krisen aufbaut, ist erfrischend anders. Hannah arbeitet in einem unterfinanzierten Museum, zahlt Miete, kann sich den Zahnarzt nicht leisten, und dann taucht Oscar auf – ein reicher, emotional verkümmerter Consultant aus London mit einem Foto seiner lebenden Mutter in der Geldbörse.

Die Charaktere sind komplex und lustig: Hannahs Freundinnen Kiera und Bex sind keine Nebenfiguren, sondern eigenständige Charaktere mit echten Problemen. Hannahs Mutter ist herrlich furchterregend.

Ich erwarte eine Contemporary Romance, nicht "Mann rettet Frau", sondern vielleicht: "Zwei emotional gestörte Menschen verstehen, dass es auch Sicherheit gibt, wenn die andere Person hart arbeitet".