Witzig

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Die Gestaltung von Love and Rent wirkt auf mich schlicht, modern und direkt. Schon der Titel verbindet zwei große Themen, die in der Leseprobe sofort spürbar werden: Liebe und Wohnraum, romantische Sehnsucht und finanzielle Realität.
Der Einstieg hat mich direkt für sich eingenommen, weil Hannahs Stimme so trocken, klug und herrlich selbstironisch ist. Besonders mochte ich ihren bissigen Blick auf romantische Happy Ends: Sie durchschaut diese alten Erzählmuster, in denen Frauen von Männern gerettet werden, und merkt doch zugleich, wie verführerisch genau dieser Wunsch sein kann, wenn das eigene Leben wackelt.
Jo Cheetham erzählt leicht und sehr unterhaltsam, aber unter der Komik liegt etwas Ernstes. Hannahs Geldsorgen, ihre angespannte Beziehung zur Mutter, die unsichere Wohnsituation und der Druck, mit Mitte dreißig längst „angekommen“ sein zu sollen, wirken sehr nahbar. Auch die Freundinnen Kiera und Bex bringen viel Leben in die Geschichte: ihre Gespräche sind pointiert, liebevoll-chaotisch und fühlen sich angenehm echt an.
Oscar bleibt zunächst etwas steif und rätselhaft, gerade dadurch aber interessant. Sein Aufeinandertreffen mit Hannah ist nicht kitschig, sondern eher schräg, unbeholfen und voller kleiner Missverständnisse – das macht neugierig auf die weitere Entwicklung.
Ich würde das Buch gerne weiterlesen, weil die Leseprobe eine kluge, witzige und zugleich sehr gegenwärtige Geschichte verspricht: über Freundschaft, Geld, Einsamkeit, Erwartungen an Frauen und die Frage, ob ein Happy End vielleicht ganz anders aussehen darf, als man es aus Filmen kennt.