Bridget Jones lässt grüßen
Hannah ist eine eigenständige, berufstätige Frau in ihren Dreißigern. Trotzdem reicht ihr Einkommen kaum aus, um Miete und Lebenshaltungskosten zu stemmen. Alles, was sie sich wünscht, ist eine finanziell abgesicherte Zukunft, um sich endlich mal entspannen zu können. Als Hannah den gut situierten Oscar kennenlernt, lässt sie sich daher trotz ausbleibender Romantik aus finanzieller Unsicherheit doch auf eine Beziehung ein und zieht mit ihm aus ihrer Heimatstadt in England aufs schottische Land. Dort findet sie sich zunehmend in einer ungesunden Dynamik wieder und hofft trotzdem, endlich das große Glück und ihren Weg zu finden.
„Love and Rent“ ist witzig, bissig und in Teilen „typisch britisch“. Protagonistin Hannah stolperte teilweise von einem Fettnäpfchen ins nächste oder löste mehr oder weniger ungewollt ein Drama nach dem anderen aus. Mehr als einmal musste ich dabei an Bridget Jones denken und dachte nur: „Oh honey, why?“ Gleichzeitig wurde Hannah aber auch als vielschichtige junge Frau gezeichnet, die einfach versucht, ihren Weg im Leben zu finden. Das ließ sie auf mich, auch wenn ich nicht alle ihre Reaktionen oder Handlungen nachvollziehen konnte, sehr nahbar und authentisch wirken.
Der Roman las sich durch den unaufgeregten Sprachstil insgesamt angenehm leicht und war für mich dadurch sehr kurzweilig. Den trockenen britischen Humor mochte ich sehr, auch wenn die Geschichte insgesamt deutlich melancholischer und trauriger war, als ich zunächst erwartet hatte. Auch die Beziehung zwischen Hannah und ihrer Mutter nahm mehr Raum ein, als ich zunächst gedacht hätte. Dies tat der Geschichte jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil, es ließ Hannah als Figur komplexer erscheinen und im Gegensatz zu „Bridget Jones“ ging es eben nicht durchgehend nur um „die Männer“. Insofern passt für mich die Bezeichnung „Bridget Jones in Modern“ sehr gut und die Werbung des Buches hielt damit für meinen Eindruck ihre Versprechen ein! Ein kleiner Kritikpunkt war für mich allerdings der durchgehend recht unkritisch dargestellte Alkoholkonsum, der sich durchs gesamte Buch zog. Hier hätte ich mir mehr Sensibilität gewünscht.
Besonders gefallen hat mir das feministische und versöhnliche Ende. Hannah begann, wenn auch sehr spät, endlich, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, und ihre Entwicklung war für mich durchaus nachvollziehbar. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre. Speziell die tiefgründigeren Themen hätten am Ende für meinen Geschmack noch etwas mehr Raum und Ausarbeitung verdient, sodass ihre persönliche Entwicklung noch stärker zur Geltung gekommen wäre.
Insgesamt ist „Love and Rent“ eine charmant verkorkste, moderne Geschichte mit viel britischem Humor, sympathischem Chaos und unerwartet melancholischem Flair. Und vor allem ein Roman über eine junge Frau, die Lebensmodelle ausprobiert, um für sie das richtige zu finden. Für mich hätte das emotionale Potenzial am Ende noch etwas konsequenter ausgeschöpft werden können, nichtsdestotrotz war der Roman für mich durchaus lesenswert.
„Love and Rent“ ist witzig, bissig und in Teilen „typisch britisch“. Protagonistin Hannah stolperte teilweise von einem Fettnäpfchen ins nächste oder löste mehr oder weniger ungewollt ein Drama nach dem anderen aus. Mehr als einmal musste ich dabei an Bridget Jones denken und dachte nur: „Oh honey, why?“ Gleichzeitig wurde Hannah aber auch als vielschichtige junge Frau gezeichnet, die einfach versucht, ihren Weg im Leben zu finden. Das ließ sie auf mich, auch wenn ich nicht alle ihre Reaktionen oder Handlungen nachvollziehen konnte, sehr nahbar und authentisch wirken.
Der Roman las sich durch den unaufgeregten Sprachstil insgesamt angenehm leicht und war für mich dadurch sehr kurzweilig. Den trockenen britischen Humor mochte ich sehr, auch wenn die Geschichte insgesamt deutlich melancholischer und trauriger war, als ich zunächst erwartet hatte. Auch die Beziehung zwischen Hannah und ihrer Mutter nahm mehr Raum ein, als ich zunächst gedacht hätte. Dies tat der Geschichte jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil, es ließ Hannah als Figur komplexer erscheinen und im Gegensatz zu „Bridget Jones“ ging es eben nicht durchgehend nur um „die Männer“. Insofern passt für mich die Bezeichnung „Bridget Jones in Modern“ sehr gut und die Werbung des Buches hielt damit für meinen Eindruck ihre Versprechen ein! Ein kleiner Kritikpunkt war für mich allerdings der durchgehend recht unkritisch dargestellte Alkoholkonsum, der sich durchs gesamte Buch zog. Hier hätte ich mir mehr Sensibilität gewünscht.
Besonders gefallen hat mir das feministische und versöhnliche Ende. Hannah begann, wenn auch sehr spät, endlich, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, und ihre Entwicklung war für mich durchaus nachvollziehbar. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre. Speziell die tiefgründigeren Themen hätten am Ende für meinen Geschmack noch etwas mehr Raum und Ausarbeitung verdient, sodass ihre persönliche Entwicklung noch stärker zur Geltung gekommen wäre.
Insgesamt ist „Love and Rent“ eine charmant verkorkste, moderne Geschichte mit viel britischem Humor, sympathischem Chaos und unerwartet melancholischem Flair. Und vor allem ein Roman über eine junge Frau, die Lebensmodelle ausprobiert, um für sie das richtige zu finden. Für mich hätte das emotionale Potenzial am Ende noch etwas konsequenter ausgeschöpft werden können, nichtsdestotrotz war der Roman für mich durchaus lesenswert.