Hannah und Kiera suchen ihr Glück

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milena Avatar

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Zwei Schwimmbadnachmittage und der erste Roman der aus Sheffield stammenden Autorin Jo Cheetham war gelesen. Leichtfüßig und humorvoll aber auch mit Tiefgang erzählt sie von jungen Frauen in den 30ern, die in der englischen Gesellschaft ihr Glück suchen. Unsichere Jobs, die immer auch prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind, und nicht gerade üppige Gehälter, stehen im heftigen Kontrast zu extrem hohen Lebenshaltungskosten. Insbesondere die angespannte Wohnungslage in den Städten, die es erlaubt, noch die schäbigste Bruchbude zu astronomischen Preisen zu vermieten, angesagte Bars, die für ein einziges Glas Wein 12 Pfund aufrufen, setzen Hannah und ihren Freundinnen Kiera und Bex zu. Hannah kommt aus familiären Verhältnissen, die nur von sehr bescheidenem Wohlstand geprägt sind. Ihre Mutter hat zwar ein eigenes kleines Reihenhaus, kommt aber nur mit großen Anstrengungen und vielen vielen Verzichten über die Runden. Diese Lebensumstände führen zu einer unnötigen Härte im Umgang mit anderen, was das Verhältnis der beiden sehr beeinträchtigt. Hannah Bruder Sam hat reich geheiratet und somit den Aufstieg geschafft. Als Hannah Oscar kennenlernt und mit ihm ziemlich spontan in ein Cottage bei Edinburgh zieht, fällt der Mutter ein Stein vom Herzen, da Hannah endlich versorgt ist und ihre Sorgen gemindert sind. Dass Oscar ein neurotisches Muttersöhnchen ist, das sich von Hannah bemuttern lässt und Hannah wenig Spielraum zur Entfaltung einräumt, ist in dem Zusammenhang nebensächlich. Hannah selbst ist zunächst auch erstmal froh, dass sie ihren drückenden finanziellen Problemen aufgrund von Jobverlust und Mieterhöhung entkommen ist, bis ihr allmählich dämmert, was Oscar für ein Typ ist und wie sehr ihr ihr eigenes Leben mit den Freundinnen in Sheffield fehlt. Sicherlich erinnert das Buch stellenweise an die Figur von Bridget Jones, aber die Themaik der Abhängigkeit der Frauen von Männern durch die steigenenden gesellschaftlichen Probleme finde ich wunderbar getroffen und die existenziellen Nöte der jungen Frauen auch gut geschildert. Mir besonders gefallen hat die auf den ersten Blick vollkommen unsympathische Mutter von Hannah, die sich gegen Ende des Romans als eigentlich warmherzige und fürsorgliche Frau herausstellt, der das Leben und die Umstände aber so mitgespielt haben, dass sie
sich einen dicken Eispanzer zugelegt hat, um zu überleben.