Liebe und die Frage nach dem eigenen Weg

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christina29 Avatar

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Love and Rent von Jo Cheetham hat mich vor allem deshalb überrascht, weil es auf den ersten Blick wie eine typische romantische Komödie wirkt, aber deutlich mehr zu erzählen hat. Das Cover finde ich sehr gelungen. Es wirkt modern, leicht und passt für mich gut zu der humorvollen Seite der Geschichte. Gleichzeitig würde man anhand der Gestaltung nicht unbedingt erwarten, dass das Buch auch einige ernstere und nachdenklichere Themen behandelt.

Im Mittelpunkt steht Hannah, die eigentlich unabhängig sein möchte, finanziell aber ziemlich unter Druck steht. Als sie Oscar kennenlernt, ist es nicht unbedingt die große Liebe, die sie zu ihm zieht, sondern auch die Aussicht auf ein etwas sorgenfreieres Leben. Genau diesen Konflikt fand ich interessant, weil er die Geschichte für mich realistischer gemacht hat. Es geht eben nicht nur um die Frage, in wen man sich verliebt, sondern auch darum, welche Entscheidungen man trifft, wenn Geld, Sicherheit und die eigenen Vorstellungen vom Leben miteinander kollidieren.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Jo Cheetham schreibt locker, direkt und mit einem britischen Humor, der mich beim Lesen immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat. Gleichzeitig schafft sie es, ernstere Themen einzubauen, ohne dass sich das Buch plötzlich schwer oder belehrend anfühlt. Besonders gut fand ich diese Mischung aus Humor und den Momenten, in denen man als Leserin doch etwas länger über Hannahs Entscheidungen nachdenkt.

Hannah war für mich eine interessante, aber nicht immer einfache Protagonistin. Ich konnte nicht jede ihrer Entscheidungen nachvollziehen und manchmal hätte ich ihr am liebsten einen kleinen Schubs in die richtige Richtung gegeben. Gerade dadurch wirkte sie aber menschlich und authentisch. Auch die Freundschaften haben mir gut gefallen, weil sie nicht nur als Nebensache behandelt werden.

Für mich ist Love and Rent deshalb mehr als eine klassische Liebesgeschichte. Es geht um Selbstständigkeit, finanzielle Sicherheit, Freundschaft und die Frage, was man eigentlich bereit ist, für ein vermeintlich besseres Leben aufzugeben.

Insgesamt hatte ich viel Spaß mit dem Buch und fand es gleichzeitig überraschend tiefgründig. Ich würde es besonders Leser*innen empfehlen, die humorvolle Romane mögen, aber gerne auch etwas mehr Inhalt und gesellschaftliche Themen zwischen den Zeilen haben. Ein unterhaltsamer und moderner Roman, der mich definitiv positiv überrascht hat.