Mieten, Kaufen, Lieben
Danke an Vorablesen und den Tropen Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Love & Rent, das Debüt von Jo Cheetham, kommt mit einem poppigen Cover daher. „Bridget Jones für eine neue Generation“ steht hinten drauf und die (von mir sehr geschätzte) Feministin Laura Bates lobt das Buch als „zum in die Hose machen komisch“. Ich war direkt angesprochen und hatte Lust auf die Story von Hannah, die in einer Lebenskrise sich dazu entscheiden, mit ihrem neuen Freund Oscar zusammenzuziehen – von Sheffield in ein schottisches Dorf. Dass die Beziehung von Anfang an nicht unter den besten Sternen steht, wird schnell klar, und so wartet man eigentlich nur auf die Katastrophe.
„Mir kam nicht in den Sinn, dass man, wenn man sich von jemand anderem stützen ließ, allzu leicht vergessen konnte, dass man eigentlich auf eigenen Beinen stehen sollte.“
Dieses Buch begleitet also die Protagonistin Hannah in ihrer „Midlife Crisis“ in den 30er Jahren; als sie relativ plötzlich ohne Wohnung und ohne Job, aber dafür mit einer neuen Beziehung dasteht. Von ihrer Familie erhält sie wenig Unterstützung, auf ihre Freundinnen will sie nicht hören – und so begibt sie sich rein in das Abenteuer. Immer wieder folgen Konflikte mit Oscar, ihrer Mutter, ihren Freundinnen – und die Beziehung zu Oscar ist hier definitiv Haupttreiber der Story.
Bis zu einem gewissen Punkt mochte ich das Buch echt gerne und habe mit Hannah mitgefiebert. Besonders die Beziehungen zu Hugo und ihrem älteren Nachbarn in Schottland hatten für mich Potential, etwas Empowerment in die Story reinzubringen. Leider verliert Hannah im Verlauf der Geschichte an „agency“ und verliert sich in Selbstmitleid (und Alkohol), und für mich wurde das Rauskommen dort einfach nicht stark genug gemacht. Weil genau an sowas denke ich bei Bridget Jones: bisschen Krise (vor allem mit Männern), aber am Ende halt einfach eine starke Frau, die triumphiert. Also da hätte ich etwas mehr erwartet.
Stilistisch war ich allerdings sehr angetan. Ich mochte auch, dass das Buch nicht nur aus reiner Prosa bestand, sondern auch mal Aufzählungen oder Chatverläufe die Story aufgelockert haben – z.B. direkt auf der ersten Seite, wo sie sich für klassische RomComs alternative Enden überlegt, in denen die Frau sich vom Mann unabhängig macht.
Besonders am Anfang habe ich mich richtig gut von dem Buch unterhalten gefühlt, aber im letzten Drittel geht der Story (und Hannah) anscheinend die Energie aus, um nochmal mit einem richtigen Knall zu enden. Und so gibt es von mir 3.5 ⭐️ Sterne.
Love & Rent, das Debüt von Jo Cheetham, kommt mit einem poppigen Cover daher. „Bridget Jones für eine neue Generation“ steht hinten drauf und die (von mir sehr geschätzte) Feministin Laura Bates lobt das Buch als „zum in die Hose machen komisch“. Ich war direkt angesprochen und hatte Lust auf die Story von Hannah, die in einer Lebenskrise sich dazu entscheiden, mit ihrem neuen Freund Oscar zusammenzuziehen – von Sheffield in ein schottisches Dorf. Dass die Beziehung von Anfang an nicht unter den besten Sternen steht, wird schnell klar, und so wartet man eigentlich nur auf die Katastrophe.
„Mir kam nicht in den Sinn, dass man, wenn man sich von jemand anderem stützen ließ, allzu leicht vergessen konnte, dass man eigentlich auf eigenen Beinen stehen sollte.“
Dieses Buch begleitet also die Protagonistin Hannah in ihrer „Midlife Crisis“ in den 30er Jahren; als sie relativ plötzlich ohne Wohnung und ohne Job, aber dafür mit einer neuen Beziehung dasteht. Von ihrer Familie erhält sie wenig Unterstützung, auf ihre Freundinnen will sie nicht hören – und so begibt sie sich rein in das Abenteuer. Immer wieder folgen Konflikte mit Oscar, ihrer Mutter, ihren Freundinnen – und die Beziehung zu Oscar ist hier definitiv Haupttreiber der Story.
Bis zu einem gewissen Punkt mochte ich das Buch echt gerne und habe mit Hannah mitgefiebert. Besonders die Beziehungen zu Hugo und ihrem älteren Nachbarn in Schottland hatten für mich Potential, etwas Empowerment in die Story reinzubringen. Leider verliert Hannah im Verlauf der Geschichte an „agency“ und verliert sich in Selbstmitleid (und Alkohol), und für mich wurde das Rauskommen dort einfach nicht stark genug gemacht. Weil genau an sowas denke ich bei Bridget Jones: bisschen Krise (vor allem mit Männern), aber am Ende halt einfach eine starke Frau, die triumphiert. Also da hätte ich etwas mehr erwartet.
Stilistisch war ich allerdings sehr angetan. Ich mochte auch, dass das Buch nicht nur aus reiner Prosa bestand, sondern auch mal Aufzählungen oder Chatverläufe die Story aufgelockert haben – z.B. direkt auf der ersten Seite, wo sie sich für klassische RomComs alternative Enden überlegt, in denen die Frau sich vom Mann unabhängig macht.
Besonders am Anfang habe ich mich richtig gut von dem Buch unterhalten gefühlt, aber im letzten Drittel geht der Story (und Hannah) anscheinend die Energie aus, um nochmal mit einem richtigen Knall zu enden. Und so gibt es von mir 3.5 ⭐️ Sterne.