Zwischen Liebe, Miete und Selbstbestimmung

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monalisa9 Avatar

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„Love and Rent“ ist weit mehr als eine klassische Liebesgeschichte. Jo Cheetham verbindet auf kluge und humorvolle Weise die Realität steigender Lebenshaltungskosten mit der Frage, wie unabhängig wir in Beziehungen tatsächlich sein können. Hannah ist eine Protagonistin, die mit ihren Widersprüchen unglaublich authentisch wirkt: Sie möchte niemanden brauchen und gerät doch in eine Situation, in der finanzielle Sicherheit plötzlich eine größere Rolle spielt, als ihr lieb ist.
Besonders gefallen hat mir der feine britische Humor, der immer wieder für Schmunzler sorgt, ohne die ernsteren Themen zu verdrängen. Freundschaft, familiäre Erwartungen, Selbstzweifel und der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben werden glaubwürdig miteinander verwoben. Dabei entwickelt sich die Geschichte nicht nach dem typischen Schema einer romantischen Komödie, sondern überrascht immer wieder mit ehrlichen und nachdenklichen Momenten.
Auch die Figuren wirken angenehm vielschichtig. Niemand ist ausschließlich sympathisch oder unsympathisch, sondern handelt nachvollziehbar mit all seinen Macken und Unsicherheiten. Gerade dadurch entsteht eine Geschichte, die modern wirkt und viele aktuelle Fragen aufgreift: Kann Liebe auf Augenhöhe bestehen, wenn Geld eine so große Rolle spielt? Wie viele Kompromisse sollte man für Sicherheit eingehen?
„Love and Rent“ ist unterhaltsam, intelligent und emotional zugleich. Wer humorvolle Romane mit Tiefgang, starken Frauenfiguren und einer guten Portion Gesellschaftskritik mag, wird hier bestens unterhalten. Für mich eine erfrischend ehrliche Geschichte, die noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.