Zwischen Liebe, Miete und Selbsttäuschung

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ninaaa01 Avatar

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Hannah und Kiera sind beste Freundinnen, beide Single und finanziell alles andere als gut aufgestellt. Als Hannah Oscar kennenlernt, entwickelt sich aus einem Kaffee ziemlich schnell eine feste Beziehung. Kurz darauf wohnen die beiden sogar zusammen. Das wirkt zunächst wie eine praktische Lösung für viele ihrer Probleme – zumindest auf dem Papier. Hannah muss sich aber zunehmend eingestehen, dass ein bezahlbares Zuhause nicht automatisch bedeutet, dass man sich dort auch wohlfühlt.

Gerade Hannahs Verhalten hat mich beim Lesen manchmal frustriert, gleichzeitig konnte ich es aber gut nachvollziehen. Sie redet sich ihre Situation schön und verschweigt selbst Kiera, wie es ihr wirklich geht. Dieses Festhalten an einer Entscheidung, obwohl man längst Zweifel hat, fühlte sich unangenehm realistisch an; ich konnte mich damit auf jeden Fall gut identifizieren.

Überhaupt liegt die Stärke des Romans für mich in seiner Nähe zum echten Leben. Es geht um zu kleine Wohnungen, schlecht bezahlte Arbeit, Abhängigkeiten und die Angst, alleine nicht über die Runden zu kommen. Dabei wird die Geschichte nie unnötig schwer. Der Humor ist eher trocken und unaufdringlich, was gut zu Hannahs Situation passt.

Der Schreibstil ist locker und direkt, sodass ich sehr schnell durch das Buch gekommen bin. Den Vergleich mit Dolly Alderton oder Bridget Jones würde ich allerdings nicht zu ernst nehmen. Dafür fehlt mir stellenweise etwas Tiefe und Eigenwilligkeit. Trotzdem hat „Love and Rent“ eine eigene, moderne Stimme und funktioniert am besten, wenn man es nicht ständig mit anderen Büchern vergleicht.

Ein unterhaltsamer, ehrlicher Roman über Freundschaft, Beziehungen und die ziemlich unromantische Rolle, die Geld bei unseren Lebensentscheidungen spielen kann.