Wenn Beziehungsfrust auf Joy Division und einen Hauch Rache trifft

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Mein Urteil: Cecelia Ahern kann Kitsch, klar – aber hier schlägt sie erfreulich bissige und schräge Töne an, die richtig Laune machen!

Der Start mit Melody ist schon mal herrlich unkonventionell: Da will der treue Partner nach fünf Jahren den großen Antrag machen, und sie erstickt die ganze Romantik eiskalt im Keim, weil sie partout niemanden heiraten will. Dass sie danach den Ring versilbern und gemeinsam einen Foodtruck für Ofenkartoffeln aufziehen, während sie als DJane im Podcast gegen das Beziehungs-Diktat wettert, hat herrlich trockenen Humor.

Richtig gut wird es für mich aber bei Al. Der Typ plant an Heiligabend einen völlig überzogenen Rom-Com-Antrag vor versammelter Mannschaft – nur um zwei Jahre später festzustellen, dass seine Verlobte Tara ihn eiskalt für seinen besten Freund Walter abserviert hat. Wie er dann mit Dröhnung auf den Ohren (Joy Division, „Love Will Tear Us Apart“ in Dauerschleife!) durch Dublin stapft und als Brückeninspektor plötzlich die verhassten Liebesschlösser auf der Grace-Plunkett-Brücke als Sicherheitsrisiko deklariert, weil er die Liebe schlichtweg für Betrug hält – das ist bitterböse und herrlich absurd.

Die Krönung ist sein Einbruch mit dem alten Ersatzschlüssel ins ehemals gemeinsame Heim: Erst heult er auf dem Kissenberg, und dann schneidet er Walter kurzerhand Löcher in den Schritt aller Boxershorts! Das ist herrlich kleinlich, menschlich und meilenweit entfernt von glattgebügelter Hochglanz-Romantik.

Natürlich merkt man der Prämisse an, dass Melody und Al früher oder später aufeinandertreffen werden – sie hasst die Liebe, er ist von ihr maßlos enttäuscht. Aber der Weg dorthin ist so spritzig, kantig und mit echter Situationskomik geschrieben, dass ich mich hier bestens unterhalten gefühlt habe.