Charmante Plotidee um die Symbolik von Liebesschlössern, die nicht das Potenzial ihrer Magie entfaltet

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schnaeppchenjaegerin Avatar

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Melody hat ihren Freund abrupt verlassen, kurz bevor er um ihre Hand anhalten wollte. Als sie erfährt, wie viele Paare sich in letzter Zeit in ihrer näheren Umgebung und darüber hinaus genau am selben Tag getrennt haben, macht sie das Phänomen zum Thema ihres Podcasts und findet heraus, dass an dem Tag die Liebesschlösser an einer Dubliner Brücke aus Sicherheitsgründen entfernt wurden.
Verantwortlich dafür ist Al, der von der Liebe bitter enttäuscht wurde und voller Rachegelüste gegenüber seiner Ex-Verlobten ist, die ihn für seinen besten Freund verlassen hat.
Als er auf Melody trifft, spürt Al zum ersten Mal seit der Trennung ein wenig Leichtigkeit. Sich bewusst, dass beide nicht bereit für eine Beziehung sind, stürzen sie sich in einen unverbindlichen Flirt.

Der Roman wird aus der Sicht beider Hauptfiguren geschildert, die der Liebe aus unterschiedlichen Gründen abgeschworen haben. Melody und Al sind individuell gestaltet. Sie sind voller Eigenheiten, Ecken und Kanten. Romantiker Al, der von nichts anderem als einer harmonischen Beziehung und einer großen Familie geträumt hat, ist zu Beginn verbittert und regelrecht hasserfüllt. Bei seinen Schikanen gegen seine ehemalige Freundin und seinen ehemaligen besten Freund überschreitet er jegliche Grenzen des gutem Geschmacks und der Legalität. Melody genießt ihre individuelle Freiheit und fühlt sich von Beziehungen erdrückt. Sie hat Angst, sich fest zu binden, schafft es aber nicht einmal, allein zu schlafen. Sie ist fordernd, sprunghaft und stößt ihre Gegenüber häufig vor den Kopf.

Die besonderen Charaktere machen die Story aus, gleichzeitig weckt das Phänomen der Trennungen nach der Demontage der Liebesschlösser das Interesse für eine romantische und magische Geschichte.
Der Roman handelt von den Schattenseiten der Liebe, schmerzhaften Trennungen, mangelnder Kompromissbereitschaft und der Angst vorm Scheitern und hat damit eine bittersüße Note. Nach einem unterhaltsamen Beginn, dem Kennenlernen der Charaktere und den verrückten Aktionen Als, verliert sich die Geschichte in unfertigen Nebenhandlungen hinsichtlich Melodys Beziehung zu ihren Eltern oder der Ehe ihrer Podcast-Kollegin Prunella.

In Bezug auf die beiden Hauptfiguren ist im Verlauf der Geschichte eine charakterliche Weiterentwicklung zu erkennen, wobei die Einsicht ähnlich abrupt erfolgt wie die Liebe zueinander. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen wirkt dies nicht nachvollziehbar plötzlich und gipfelt in einem überzogenen Happy End.
Die Bedeutung und Symbolik der Liebesschlösser erhält im Gegensatz dazu zu wenig Raum, weshalb die charmante Plotidee nicht das volle Potenzial ihrer Magie ausschöpft.