Liebe entriegelt - Begeisterung leider nicht

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mei.ke Avatar

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Cecilia Aherns Geschichten sind dafür bekannt, dass ihren Texten ein Hauch von magischem Realismus innewohnt. Schauplatz ist oftmals unsere ganz normale Realität, gespickt mit leicht surrealen Aspekten. In diesem Buch sind es die Liebesschlösser an einer Dubliner Brücke, die entfernt werden und daraufhin eine Trennungswelle unter Hunderten von Paaren auslösen.

Ich mag genau das an den Büchern der Autorin. Die Realität habe ich schließlich selbst vor der Tür, da tut es gut, ab und an Bücher zu lesen, die dieser einen gewissen magischen Touch verleihen.

Warum also nur 3 Sterne?

Ich habe schon viele Bücher von Cecilia Ahern gelesen, knapp 20 dürften es mittlerweile gewesen sein. Aber bei keinem ist es mir bisher so ergangen wie mit diesem.

Ich fand die Charaktere durchaus interessant gezeichnet und mochte auch das Setting, aber ein paar Kleinigkeiten haben mich dann doch gestört. Und als mein Fokus erst einmal darauf gerichtet war, sind mir besagte Punkte gefühlt auf jeder zweiten Seite begegnet.

Da wäre zum einen der männliche Hauptcharakter Al, ein romantischer, sensibler Typ von fast 40 Jahren. Ich finde es gut, wenn auch Männern eine feinfühlige Seite zugeschrieben wird, aber Al liefen einfach ständig die Tränen. Und wenn sie nicht liefen, dann standen sie ihm zumindest in den Augen. Gleichzeitig war er spontan, humorvoll und leidenschaftlich, nur um im nächsten Moment wieder zu weinen. Irgendwann habe ich dabei nur noch genervt die Augen verdreht, und das ist natürlich nicht gerade förderlich. XD

Sehr gerne hätte ich der Hauptfigur mehr Sympathie entgegengebracht, aber selbst auf den letzten Seiten des Buches wurde Al noch einmal von seinen Gefühlen übermannt. Nun ja, das war das eine.

Das andere, was mich ein bisschen gestört hat, waren die Wiederholungen. Vielleicht bin ich da auch die Einzige, der das aufgefallen ist. Zum Beispiel wird erwähnt, dass Melody bei offener Zimmertür schläft und Fallen aufstellt, wenn sie nachts allein im Haus ist. Einige Seiten später wird erneut erklärt, dass sie nachts nicht schlafen kann, wenn niemand bei ihr ist, und deshalb dazu neigt, bei offener Tür zu schlafen und Fallen aufzustellen.

An einer anderen Stelle wird erwähnt, dass sich in den oberen Etagen die Zimmer der Dienstboten befanden. Fünf Seiten später folgt noch einmal die Information, dass sich in den Zimmern des Dachgeschosses die Unterkünfte der Dienstboten befanden. Ja, okay. Ich habe es auch beim ersten Mal schon verstanden. Haha.

Versteht mich nicht falsch: Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen. Es liest sich flüssig und die Liebesgeschichte war ganz knuffig. Aber mehr war es für mich leider auch nicht.

Entweder hat sich mein Büchergeschmack inzwischen ein wenig verändert oder die neueren Bücher der Autorin erreichen mich einfach nicht mehr so wie ihre Geschichten von vor 20 Jahren.