Dämonen in Edinburgh

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jukafo Avatar

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Mit Lucifer Ascending – One Sinful Secret entführt Marie Niehoff in ein düsteres, geheimnisvolles Edinburgh voller Dämonen, Intrigen und moralisch grauer Figuren. Im Mittelpunkt steht Lilian, die wegen ihrer dämonischen Seite schon als Kind verurteilt wird und erst mit 25 erfähr, ob sie weiter leben darf. Zwischen Hass, Verlust, Machtspielen und gefährlichen Geheimnissen entspinnt sich eine Geschichte, die vor allem von ihren Charakteren lebt.

Die Figuren sind hier ganz klar das Highlight. Lilian ist eine großartige Protagonistin: nicht perfekt, mit vielen Ecken und Kanten und einer Wut, die absolut nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, was sie durch den Orden erleben musste. Gerade ihr Hass auf die Ordensmitglieder wirkt nie übertrieben oder künstlich dramatisch, sondern ehrlich und glaubwürdig. Gleichzeitig mochte ich auch die Beziehung zwischen ihr und Jupiter sehr gerne. Die Verbindung zwischen den beiden war für mich jederzeit spürbar.

Auch Jupiters Entwicklung fand ich stark geschrieben. Manche seiner Entscheidungen sind zwar echt heftig, aber emotional absolut nachvollziehbar – besonders wenn man bedenkt, dass er jahrelang auf Lilian gewartet hat, nur um sie dann wieder zu verlieren.

Mein persönliches Highlight war allerdings Lucifer. Ab dem Moment, in dem er auftaucht, bekommt die Geschichte eine komplett neue Dynamik. Generell wirft sein Verhalten immer wieder die Frage auf, ob er wirklich so grausam ist, wie der Orden seinen Mitgliedern einredet. Oder ob es da nicht noch viel schlimmere im Hintergrund gibt.

Und seine Kommentare in Lilians Büchern? Absolut genial.


Das Worldbuilding steht eher im Hintergrund. Über die Magie und die Dämonen erfährt man meist nur das Nötigste, der Fokus liegt deutlich stärker auf Beziehungen, Geheimnissen und Intrigen. Mich hat das überhaupt nicht gestört, weil genau diese Charakterdynamiken die Geschichte tragen und spannend machen.

Als Schottland-Fan habe ich natürlich außerdem das Edinburgh-Setting geliebt. Die Atmosphäre passt perfekt zur Geschichte. Dazu kommen die drei unterschiedlichen Perspektiven und die gelungenen Dialoge zwischen den Figuren, die das Lesen sehr lebendig machen.

Eine kleine Sache hat mich allerdings irritiert: Anfangs bekommt Jupiter scheinbar nicht mit, was passiert, wenn Lucifer die Kontrolle übernimmt – später scheint das plötzlich doch anders zu sein. Das wirkte etwas unstimmig.

Trotzdem bleibt für mich am Ende ein richtig starkes Buch mit fantastischen Charakteren, spannenden Beziehungen und jeder Menge Geheimnissen und Intrigen. Fantasy und Magie stehen eher im Hintergrund, aber genau das hat für mich hier perfekt funktioniert.